Einrichtung eines Schutz- und Schonraums bei psychischer Erkrankung

 

 

Einrichtung eines externen Schutz- und Schonraums während einer ambulanten Psychotherapie

Worauf Sie achten sollten und wie Sie sich als psychisch Erkrankter außerhalb der psychotherapeutischen Praxis ihren „Genesungs-Kokon“ einrichten können…

Ein bestmöglich „heilungsförderliches“ privates und berufliches Lebensumfeld verbessert die Wirksamkeit der „eigentlichen“ ambulanten Psychotherapie und kann die Behandlungsdauer z.T. erheblich verkürzen.  Ihr externer „Schutz-und Schonraum“ ergänzt die ambulante psychotherapeutische Behandlung und dient als „Widerlager“ erfolgreicher Psychotherapie – egal, welcher Behandlungsmethode Sie sich letztlich unterziehen.

Ihr privater und beruflicher „Genesungs-Kokon“ während der ambulanten Psychotherapie sollte folgenden Aspekten gerecht werden:

Er sollte ein

  • (virtueller) Schutzraum sein (vor negativen emotionalen und energetischen Belastungen von aussen)
  • energiesparender Schonraum sein (Entlastung von Aufgaben und Pflichten aus dem engeren privaten Umfeld, von Familie, Eltern, Verwandtschaft, Freunden)
  • Heilklima innehaben (Bewusste Selbstfürsorge, Versorgung mit all den positiven Emotionen, Dingen, Kontakten, die Ihnen spürbar(!) gut tun und die Ihnen innere Ruhe, Freude und Wohlgefühl vermitteln können).

Ihr „Genesungs-Kokon“ soll einen Beitrag leisten

a) zu einem bewussten Emotionsmanagement (z.B. Schutz vor belastenden Themen und Gedanken und daraus resultierenden negativen Emotionen)

b) zu einem ökonomischen Einsatz der verfügbaren(!) Kräfte, als energetischer Überlastungsschutz (Energiemanagement)

c) zum Zulassen und und bewusster Produktion positiver Erlebnisse mit entsprechend positiver Emotionen, „Auftanken“ mit Lebensfreude

 

Worauf sollten Sie bei der Einrichtung ihres privaten und beruflichen „Genesungs-Kokon“ achten und was sollten Sie beachten?

Nachfolgend werden Ihnen die wichtigsten Rahmenbedingungen ihres Genesungs-Kokons aufgeführt. (Achtung: die Beachtung und Umsetzung dieser flankierenden Maßnahmen allein ersetzen keine ambulante Psychotherapie, sondern dienen als wertvolle Ergänzung).

Hier ein erklärendes Beispiel aus der Organmedizin:

Wohl niemand käme auf die Idee, im Zimmer eines Grippekranken bei eiskaltem Wind sämtliche Fenster zu öffnen, das Krankenzimmer einem Blasorchester als Proberaum zur Verfügung zu stellen oder den Nachbarn zu erlauben, täglich ihre vollen stinkenden Mülltüten, ihren Gift- und Sondermüll im Zimmer des Erkrankten zu „entsorgen“!

Auch würde man diesem schwer an Grippe Erkrankten nicht zumuten, den Keller aufzuräumen, den Garten umzugraben, Verwandtschaftsbesuche durchzuführen etc. etc.

Stattdessen würde man den Kranken vor Stress und Belastungen schützen, ihm Ruhe gönnen, für ein angenehmes Raumklima sorgen und ausreichende Versorgung mit allem gewährleisten, was zur Heilung bzw. Genesung beiträgt. Von Arbeiten und Pflichten wäre er entpflichtet, stattdessen wäre ihm Rückzug und Schonung angeraten.

Im Gegensatz zum organisch Erkrankten ist das Bewusstsein der systematischen Vermittlung heilungsfördernder Faktoren bei psychisch Erkrankten – z.T. auch bei den behandelnden Psychotherapeuten – nur bedingt entwickelt. Dieses fehlende Bewusstsein eines zu strukturierenden und auszugestaltenden externen „Heil-Raumes“ außerhalb der psychotherapeutischen Praxis hat verschiedene Ursachen, auf die im einzelnen noch zurückzukommen sein wird.

 

Die Rahmenbedingungen ihres Entwicklungs-Kokons im einzelnen (aus Zeitgründen zunächst unsortiert, Systematik folgt nach)


1. Entlastung des psychisch Erkrankten von Beziehungs-/ Gesundheits-/ Finanzproblemen seiner Bezugspersonen und Bekanntschaften.

Eine ambulante Psychotherapie erfordert die Entlastung von den Beziehungs-/ Gesundheits-/ Finanz-Problemen ihrer Bezugspersonen! Erwachsene Bezugspersonen sollten sich bei eigenen Problemen ausschließlich an professionelle Helfer (Psychotherapeuten, Ärzte etc.) bzw.  an befreundete/ kompetente Ansprechpartner wenden, die konkrete Hilfe leisten können und wollen.

Die Problem-Kommunikation mit Kindern „von oben nach unten“ (von Bezugsperson (BP) zum Kind) verbietet sich!  Die Problembesprechung  „von unten nach oben“ (Kind – BP) sollte dagegen jederzeit möglich sein! Im ersten Fall „von oben nach unten“ legen die Erwachsenen ihre eigenen Sorgen und Probleme auf die Schultern ihrer Kinder – das kann niemand wollen, und es ist im übrigen auch ein „Emotionaler Missbrauch“ der Kinderseele!!! (Beispiele)

 2. Vermeidung indirekter Kommunikation = Nicht über Personen reden, die nicht anwesend sind (Beispiele)

Mit dem Gesprächsparter (gilt bes. bei Kindern und Jugendlichen) sollte nicht über Dritte, beim Gespräch nicht anwesende Personen gesprochen werden. Damit wird Raum gegeben für Themen, die beide interessieren und betreffen. Zugleich verhindert diese sog. „direkte Kommunikation“ das Entstehen von Missverständnissen (mit all ihren negativen emotionalen Belastungen).

Bei der Kommunikation ist es wie beim Billard – die direkt gespielte Kugel (die direkte Kommunikation) ist die zielsicherste, wenn sie dagegen „über die Bande“ gespielt wird, erreicht sie ihr Ziel oft nicht oder nur ungenau (verzerrt).

3. Psychische Erkrankungen werden bezüglich ihrer energiezehrenden körperlichen Auswirkungen unterschätzt! Daher gilt im Krankheitsfall:

„Lassen Sie sich nicht von anderen einspannen, und spannen Sie sich nicht selbst vor den Karren anderer!“ (Beispiele)

Die seelischen Störungen bzw. Erkrankungen binden mindestens ebenso viele körperliche Kräfte wie die „organische Krankheiten“. Daher erfordert die ambulante Behandlung psychischer Erkrankung ebenso einen „Schutz- und Schonraum“ (auch ausserhalb der Praxis!), sowie ein „emotionales Heilklima“, in dem sich entspannende Ruhe sowie positive Emotionen heilend bzw. entwicklungsfördernd auswirken können (Wie in einem „Kokon“).

4. Sorgen Sie für ein „Emotionales Heilklima“ (privat, aber auch beruflich):

Meiden Sie nach Möglichkeit mediale Quellen (TV, Internet, Radio) negativer Emotionen ! (Nachrichten, Talkshows, Problemberichte, Menschliche Dramen etc.)

Suchen Sie Quellen positiver Emotionen auf, aktivieren Sie „frühere“ Spender von Lebenslust und – freude, stellen Sie diese positiven Emotionen selbst her (Musik, Filme, Bücher, gute Gespräche, Handwerken, Malen, Handarbeiten, Basteln, Sauna, Wandern, Sport treiben – nicht exzessiv, sondern im Genussbereich, etc.)

5. Lassen Sie sich von anderen keine belastenden Themen aufnötigen! 

Setzen Sie sich besonders im Falle einer psychischen Erkrankung möglichst keinen Themen aus, die ihnen negative Gefühle (Unlust, Abneigung, Ängste) bereiten (weder im Gespräch mit anderen Personen („Krankheitsbeobachter“, „Hobby-Heiler“), noch medial via Fernsehen, PC, Radio (z.B. Nachrichten, Talkshows,, Internet-Müll).

Der psychisch Erkrankte muss sich vor den problembelasteten Themen – welcher Art auch immer – offensiv und bewusst abgrenzen und schützen! („Bitte lass uns das Thema wechseln oder etwas Schönes unternehmen, dieses Thema belastet mich zu sehr, es tut mir weh, es bereitet mir Kopfschmerzen“).

Stattdessen lieber Interessantes, Tröstendes, positiv Ablenkendes (kann auch PC-Zocken sein) unternehmen/ austauschen

5.1. Achten Sie darauf, mit ihrer Erkrankung auf keinen Fall zum Gesprächsthema von Kaffeekränzchen werden. („Möchte ich nicht drüber reden“, lasst uns besser über anderes sprechen, lasst uns lieber etwas schönes Spielen…“) Lassen Sie sich bitte! von anderen Menschen keine Themen aufzwingen, über die Sie nicht reden möchten. Vermeiden Sie, von anderen Menschen (besonders auch von Angehörigen) in die Rolle des „Psychisch Kranken“ hineingedrängt zu werden („Wie geht es Dir jetzt?, Was hast Du gegessen?, Was hast Du gemacht?“).

5.2 Befindlichkeitsfragen im öffentlichen Raum

Gehen Sie im Krankheitsfalle nicht auf Befindlichkeitsfragen ein, weichen Sie „diplomatisch“ aus (Überlegen Sie sich die für Sie „passenden“ Antworten im voraus). Beantworten Sie „Befindlichkeitsfragen“ („Wie geht es Dir/ Ihnen?/ Bist Du nicht krank geschrieben“)  am besten mit der Floskel „Es geht! – Und Dir?“ Oder mit der Frage: Was möchtest Du/ möchten Sie für mich tun?“ (Mal auf die Reaktion achten).

Auf Befindlichkeitsfragen sollten Sie nur demjenigen konkret antworten, der ihnen bei Problemen auch konkret Hilfe bringen kann (z.B. Psychotherapeut oder Arzt).

6. Machen Sie sich im Falle eigener Erkrankung auf keinen Fall zum „Problem-Container“ von anderen.

Lassen Sie sich auch keine diesbezüglichen Themen aufdrängen (s.o.) : machen Sie sich niemals zum Problemcontainer anderer Menschen – die können sich professionelle Hilfe bei mir oder meinen Kollegen holen. Vermeiden Sie Themen, – auch medial im TV, Internet oder Radio vermittelt – die sie wütend machen, die bei Ihnen Ängste, Hilflosigkeitsgefühle, Schuldgefühle oder Traurigkeit auslösen. 

 7. Sprechen Sie daher über ihre psychischen Probleme (oder über „Schwächen“, „Symptome“) nach Möglichkeit ausschließlich mit ihrem behandelnden Psychotherapeuten und ihrem Arzt. Es gibt hunderte andere „positive“, interessante Themen oder Beschäftigungen, worüber Sie sich mit anderen austauschen können. Statt über Probleme zu reden macht es oft mehr Sinn, miteinander etwas Schönes zu unternehmen, zu spielen, zu kochen, Spazieren zu gehen oder Sport zu treiben etc. .

8. Hören Sie sich im Krankheitsfalle – und auch sonst nach Möglichkeit nicht – bitte keine Probleme anderer Menschen an, und beschäftigen Sie sich nicht mit Fremdproblemen! (Die Psychotherapeuten bilden da eine Ausnahme, aber wir nutzen ihre Probleme als wertvolle Informationen zur professionellen Hilfe!) Dies gilt ganz besonders im Falle einer psychischen Erkrankung: die Gefahr ist groß, dass Sie sich beim „Aufnehmen“ der Fremdprobleme zum „Affektcontainer“ machen. Dann nehmen Sie nicht nur den „Inhalt“, sondern auch die belastenden („toxischen“) Aspekte der Fremdprobleme („Gefühls-Sondermüll“) in sich auf…und tragen diese mit sich herum. (Ein Grippekranker kann sich auch nicht um die Krankheits-, Beziehungs- oder Geldprobleme anderer Menschen kümmern…).

9. „Du hast ja jetzt Zeit!“ –  

So oder ähnlich hat schon so manche(r) Patientin morgens eine To-Do-Liste überreicht bekommen – zum Abarbeiten!

Lass Dich nicht ausnutzen, nur weil Du nicht organisch erkrankt bist!

Aufgrund einer psychischen Erkrankung AU-geschrieben ist die Gefahr groß, von lieben Angehörigen zum Aufräumen, Umräumen, Renovieren, Umziehen, Ausbauen etc. eingespannt zu werden. Die Patienten selber unterschätzen (s.o.) die energetischen Auswirkungen ihrer psychischen Erkrankung, krempeln die Ärmel hoch und stürzen sich in – überlastende – verpflichtende private Arbeiten. VORSICHT!

Ihr innerer Akku ist leerer als Sie denken – und zur seelischen Heilung ist ein gut geladener AKKU unabdingbar…

Daher gilt: Aktivitäten während einer psychischen Erkrankung sollten bedürfnis- bzw. interessengeleitet und abhängig von dem jeweiligen „Lade-Zustand“ ihres inneren Akkus“ durchgeführt werden.

Nach entsprechender Ruhe stellen sich meist ganz automatisch Aktivierungswünsche ein : bitte mit Maß und Ziel, und ohne sich selbst  zu zwingen, bzw. sich von anderen Menschen zwingen zu lassen. Zum richtigen Zeitpunkt und im geeigneten Rhythmus kann dann auch der Bau das Entrümpeln eines Kellers- oder der Ausbau eines „Rückzugsraumes“ im Dachgeschoss Freude bereiten.