Einrichtung eines Schutz- und Schonraums („Therapie-Kokon“) bei psychischer Erkrankung

 

 

(„Schütz Dich im Therapie-Kokon“)

Einrichtung eines externen Schutz- und Schonraums zu Beginn einer ambulanten Psychotherapie 

Dipl.-Psych. K. Wieland   

Psychologischer Psychotherapeut  &  Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut (VT)

Ein „Therapie-Kokon“ ist ein Schon- und Genesungsraum im privaten (und beruflichen(!) Lebensumfeld, der Psychotherapie-Patienten vor negativen Emotionen und verdeckten Energiefressern schützen soll. Mittels einer Art „Check-Liste“ der wichtigsten seelisch krankmachenden („psychopathogenen“) Faktoren und Energielecks sollen Sie als Patient von Beginn an! in die Lage versetzt werden, ggfls.  diese psychopathogenen Faktoren und geheimen Energieverbraucher zu erkennen, sich abzugrenzen oder adäquat mit ihnen umzugehen.

Nach dem Motto „Man sieht – und hört – nur, was man weiß!“ wurden auf dieser Checkliste die 10 wichtigsten therapiegefährdenden Faktoren für die  (zukünftigen) Patienten zusammengestellt.

Vorweg erlauben Sie mir einige wichtige Bemerkungen:

  • Der vom Patienten aufgrund nachfolgender Informationen eingerichtete „Therapie-Kokon“ ersetzt keine Psychotherapie(!), aber er verhilft dem Patienten von Beginn an (!) zu einem systematisch eingerichteten(!)  externen „Behandlungsraum“ (wie ein perfektes „mobiles Krankenzimmer“) während der Psychotherapie! (Für uns Psychotherapeuten existiert Ihr konkreter Lebensraum außerhalb der Psychotherapeutischen Praxis lediglich in Vermutungen und in unserer Phantasie („Dark Side of The Moon“) – wir sehen und hören Sie nur 1 (!) Stunde pro Woche, Sie verbringen 167 (!) zuhause oder im Beruf.) Ich möchte Ihnen Hinweise mitgeben, wie Sie ihre engere private – und Umgebung „therapiegerecht“ einrichten können.
  • Wenn nachfolgend von pathogenen Kommunikationstilen bzw. pathologischem Kommunikationsmilieu die Rede ist, heißt das keinesfalls, dass die Bezugspersonen (BP) der Patienten „Psychopathen“ sind! Allerdings sind bestimmte Sätze und „Sprüche“ (s.u.) besonders für Kinder und Jugendliche, aber auch für Erwachsene, die sich in diesem speziellen „Kommunikationsmilieu“ bewegen, psychisch sehr belastend bis re-traumatisierend. (Auch wenn diese „Sprüche/ Sätze“ von Personen kommen, die ihnen sehr nahe stehen, – z.B. Menschen aus engster Verwandtschaft – ist die Auswirkung auf den Heilungsprozess ihrer Seele ebenfalls extrem belastend!) Die negativen Auswirkungen dieser pathogenen Kommunikation ist allerdings den meisten Bezugspersonen nicht bzw. nicht voll bewusst.
  • Der nachfolgend oft verwendete allgemeine – geschlechtsneutrale -Begriff „Bezugsperson“ (BP) ist ganz bewusst gewählt. Zum einen soll damit unbedingt der Eindruck vermieden werden, es gehe im nachfolgenden Text in irgend einer Weise um geschlechtsspezifische Schuldzuweisungen oder Erziehungs-Vorwürfe. Sowohl Männer als auch Frauen als BP wirken auf das kindliche Auffassungsvermögen durch spezifische emotionale Sprache pathogen! Es kommt also nicht auf das Geschlecht der BP an, sondern auf den Einsatz der nachfolgend aufgeführten pathogenen Kommunikationsstile.
  • Im übrigen spielen die bewussten oder unbewussten Motive der BP hier keine Rolle. Bei dieser Arbeit über den Therapiekokon geht es nicht um den pathomorphen Austausch von bewussten und unbewussten Motivlagen zwischen BP und „Ansprechpartner“, sondern von Interesse sind ausschließlich die psychischen Auswirkung pathogener Sprache auf die Patienten ambulanter Psychotherapie 
  • Der Inhalt dieses Textes über den „Therapie-Kokon bei Psychotherapie“ ist urheberrechtlich geschützt, insbesondere auch der Begriff „Psychotherapie-Kokon“. Das Urheberrecht liegt ausschließlich bei Dipl.-Psychologe Klaus Wieland; bitte fragen Sie mich, falls Sie Inhalte dieses Artikels verwenden möchten

DIE 10 WICHTIGSTEN KRANKMACHER-SÄTZE FÜR PSYCHOTHERAPIE-PATIENTEN —

UND WIE SIE SICH DAVOR SCHÜTZEN KÖNNEN!

  1. „Wie geht es Dir?“ „Wie geht es Ihnen?“ („Befindlichkeitsfragen)“: Der Befindlichkeitsfrager will etwas von Ihnen wissen, möchte Informationen über Sie und Ihre Erkrankung! Er bereichert sein eigenes Leben mit ihren Problemen  – ohne konkret helfen zu können – und ohne etwas Problematische von sich selbst preis zugeben. Dafür hat er am Kaffeetisch oder beim Friseur immer etwas zu erzählen: Sie sind in seinen Erzählungen der Pechvogel, der Kranke, der Verlierer, der Faule etc.! STOPPEN Sie diese „Aushorchung“, Krankheitsexploration und Krankenausbeutung durch wissbegierige „Neugierige“, aber bitte lassen Sie sich auch nicht durch „gutmeinende“ nahestehende Bezugspersonen (BP.) ausfragen. (Sie bleiben dann immer in der unglücklichen Rolle des „Psychisch Kranken“ – und die Frager brauchen nichts von sich preiszugeben: wer will das schon???) Ihre Standard-Antworten könnte sein: „Mir geht es gut – und wie geht es Dir/ Ihnen??“ „Danke der Nachfrage, was möchten Sie für mich tun!?“ Variante zu 1 „Wie war es beim Psychotherapeuten!?“ Sie sind niemandem rechenschaftspflichtig, müssen niemandem von ihrer Thetrapie berichten, wenn Sie das nicht möchten. Eine Gegenfrage von Ihnen könnte sein: „Wie war es beim Gynäkologen / Wie war es beim Urologen?“ 
  2. „Ich /Papa / Mama/ Oma/ Opa etc. mache mir/ macht sich solche Sorgen um DICH!!!“ (Der Sorgenvorwurf) Vom Fragesteller meist in weinerlich-vorwurfsvollem Ton ausgesprochen…) Fragesteller bedroht (!)Sie mit dem Vorwurf, Sie seien mit ihrer psychischen Erkrankung „schuld“ an den „Sorgen“ ihrer BP. Viele Patienten leiden dann mehr unter dem „Sich-Sorgen“ nahestehender BP als unter ihrer eigenen Erkrankung! Der „Sorgen-Vorwurf“ ist für psychisch Erkrankte pathogen und damit das Gegenteil vom erwünschten Heilklima). Antwort: „Bitte verschone mich mit Deinen Sorgen – ich bin krank und brauche jetzt Deine Hilfe! Wenn Du mir keine Hilfe geben kannst, lass mich bitte in Ruhe und mache mir nicht auch noch Schuldgefühle!“ „Behalte deine Sorgen für Dich, wenn Du mir schon nicht helfen kannst!“
  3. „Bitte mache dies und das mir/ Mama/ Papa/ Oma/ Opa etc. zuliebe!?“ („Der bedrohliche Liebesbeweis“) DerFragesteller ignoriert ihre seelische Erkrankung oder unterschätzt die energiezehrende Auswirkung psychischer Symptomatik. Diese „Einspanner“ oder „Pusher“ üben auf den psychisch Kranken einen massiven Druck aus und haben es auf wieder reibungsloses Funktionieren abgesehen. Sie verknüpfen die Ausbeutung ihrer (Rest-!)Energie mit einer erpresserischer Ausnutzung („Du bist doch wohl nicht faul!?“) oder versuchen Sie zu einem erwünschtem Verhalten („Geh doch wieder zur Schule, geh doch einfach wieder arbeiten!“ ) „mit Liebesbeweis zu zwingen, wozu Sie krankheitsbedingt gerade nicht! in der Lage sind. Im  Falle einer psychischen Erkrankung haben Sie keine Energie zu verschenken, und jetzt haben Sie auch noch ein schlechtes Gewissen, weil Sie trotz gute Willens keinen „Liebesbeweis“ liefern können: sowohl die Leidens-Symptomatik als auch die Psychotherapie erfordern von Ihnen einen möglichst gut geladenen „inneren Akku!“) Antwort: „Aufgrund meiner derzeitigen Situation bin ich leider nicht in der Lage, Dir beim Umzug, beim Garagen-Ausräumen, Tapetenabkratzen, Wohnung renovieren etc. zu helfen. Ich bin krankheitsbedingt kaum in der Lage, meine eigenen Interessen zu verfolgen. Du mußt andere Menschen um Hilfe bitten! “ „Aufgrund meiner aktuellen psychischen Situation mache ich mir zuliebe nur noch das, wozu ich in der Lage bin oder wozu ich Lust habe!“ Bitte versuchen Sie in ihrem Privat- und Berufsleben(!) während ihrer psychischen Erkrankung „Freundschaftsdienste“ und „Arbeitsleistungen für andere“ bzw. Tätigkeiten anderen Menschen zuliebe aus „Energiespargründen“ unbedingt zu vermeiden.
  4. „Hättest Du…XY damals auf mich gehört/ (nicht)…gemacht, hättest Du heute nicht Deine Probleme!“ (Späte Propheten mit Vorwurf) HättestDu ist keine Hilfe“ bei psychischen Problemen, sondern wirkt sich auf auf die Betroffenen besonders krankmachend (psycho-pathogen)  aus. HättestDu ist die Verortung und Schuldzuweisung Deiner Erkrankung mit Deinen vermeintlichen „Verhaltensfehlern“ in der fernen Vergangenheit. Die Botschaft lautet: Wenn Du damals auf uns/ mich gehört hättest…/wenn Du Dich vor XY Jahren anders verhalten hättest, wie Du  Dich verhalten hast, hättest Du heute keine Probleme. Ergebnis dieser „Botschaft“: Der psychisch Erkrankte fühlt sich nicht nur krank, sondern jetzt auch noch ungehorsam und dumm. Antwort: „Hätte ich damals eine Glaskugel gehabt, hätte ich gewusst, dass Du dies heute zu mir sagen würdest!“ „Hätte Hätte…hilft mir jetzt nicht weiter. Nach Deinen prophetischen Fähigkeiten zu urteilen muss Dein Leben ja perfekt und völlig fehlerfrei verlaufen sein…!“                                    VARIANTE VON 4 „Hätten wir/ Hätte ich Dich damals besser nicht …hätten wir / ich mehr Druck/ noch mehr mit Dir…dann hättest Du heute keine Probleme!“ (Späte Propheten mit vermeintlichem „Selbst“-Vorwurf: Fehlentscheidung bezüglich Deiner Lebensgestaltung) Das „Hätten wir/ hätte ich hat eine pathogene Facette mehr, als der Sprecher sich selbst Schuldvorwürfe bezüglich eigenen „Verhaltensversäumnissen“ macht („Meine damalige Fehlentscheidung ist schuld, dass es Du jetzt krank bist!“) ,  die den psychisch Erkrankten mit Emotionen großer Hilflosigkeit, aber auch massiven Schuldgefühlen bezüglich der sich jetzt grämenden Bezugspersonen zurücklässt. (Die Botschaft lautet: „Ich muss ja so ein kaputter, problematischer Mensch sein, dass sich allwissende BP an mir abgearbeitet haben und jetzt ist nichts mehr zu machen“) Ergebnis: bin krank, dumm, und schuld an den Schuldgefühlen der BP, die trotz aller Liebe an mir gescheitert sind. CAVE: von diesen BP unbedingt Abgrenzen, da deren hochpathogener Kommunikationsstil schwerste psychische Schäden anrichtet.
  5. „Ich habe/ Er hat es doch nur gut gemeint!“, „Ich wollte doch nur Dein Bestes!“ (Der beschwichtigende Gutmeiner) Gut gemeint ist nicht gut gemacht – sondern das Gegenteil davon! Nur gut Gemachtes ist im Problemfall hilfreich, und ob etwas wirklich hilfreich ist, kann letztlich nur der Betroffene/ Erkrankte entscheiden! CAVE: Wenn dieser Satz fällt, ist etwas gründlich schief gelaufen, dann ist das Gegenteil von seelischer Heilung eingetreten…ABGRENZEN von GUTMEINERN…
  6. Ich muss meine Sorgen und Probleme unbedingt bei Dir loswerden, weil Du stundenlang wunderbar zuhören kannst!“ Extreme Vorsicht bitte, wenn Sie von diesen „Sorgenbringern“ als seelischer Mülleimer oder „Affekt-Container“ benutzt werden. Im Falle einer psychischen Erkrankung ist es ganz besonders wichtig, sich von negativen Themen anderer Menschen abzugrenzen und sich stattdessen mit möglichst positiven Themen zu beschäftigen. Auf gar keinen Fall aber sollten Sie ihre Seele mit den Sorgen und Problemen anderer Menschen „anfüllen“- auch wenn sie Ihnen nahe stehen: Problem-Müll bleibt Problem-Müll! (Im Krankenzimmer würde auch niemand seine Mülltüten entleeren, sondern Kuchen und gute Laune bringen, um dem Kranken zu helfen) Mögliche abgrenzende Antworten könnten sein: „Ich spüre Deinen Gesprächsbedarf, aber mir geht es selbst nicht gut und dieses Thema belastet mich zu sehr/ trage ich dann mit mir herum! Du musst Dir jemand anderen suchen, der Dir zuhören oder Dir helfen kann!“ Wir könne ja Würfeln, Karten Spielen oder zusammen kochen, aber über Probleme möchte ich nicht reden! Lassen Sie sich in ihrem Privatleben von niemandem Themen aufzwingen, über die Sie nicht reden möchten! Behalten Sie jederzeit die Autonomie über die Themen, über die Sie sich unterhalten möchten! Besonders wichtig: am Esstisch(!) keine Gespräche über Probleme oder über Krankheit! Dies kann falls notwendig später im geschützten Rahmen geschehen. Am Tisch nur positive Gespräche, interessante Themen, Lachen, Dem psychisch Kranken wird das Gefühl vermittelt: „Wir führen hier keine Krankenverhöre durch, sondern stehen auch bei Problem zusammen!“ Variante von 6  Bitte achten Sie während der Psychotherapie darauf, welche TV-Sendungen, welche Radio- oder Fernsehsendungen Sie konsumieren! Nachrichten, Talkshows, Doku-Dramen, Psycho-Horror oder Problemfilme sorgen meist für Beklemmung, für Ängste, Ohnmachtsgefühle, für Ärger oder gar Wut. („Vorher geht es mir noch gut, nachher bin ich voller Wut!“) Hilflose Wut, anhaltender Ärger, Traurigkeit und Ohnmachtsgefühle ausgelöst durch „Medienkonsum“ schaden Ihnen und können den Therapieerfolg behindern. „Mediale Schonkost“, humorvolle, interessante und liebevolles Sendungen und „Formate“ sorgen für  „Schöne Gefühle“ und Lebensfreude…wertvolle Helfer während ihrer Psychotherapie.

 

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Ein bestmöglich „heilungsförderliches“ privates und berufliches Lebensumfeld und ein möglichst gut geladener „innerer Akku“ verbessert die Wirksamkeit der „eigentlichen“ ambulanten Psychotherapie und kann die Behandlungsdauer z.T. erheblich verkürzen.  Ihr externer „Schutz-und Schonraum/ „Therapie-Kokon“ ergänzt die ambulante psychotherapeutische Behandlung und dient als „Widerlager“ erfolgreicher Psychotherapie – egal, welcher Behandlungsmethode (VT, PA, TF) Sie sich letztlich unterziehen.

Ihr privater und beruflicher „Therapie-Kokon“ während der ambulanten Psychotherapie sollte folgenden Aspekten gerecht werden:

Er sollte ein

  • (virtueller) Schutzraum sein (vor negativen emotionalen und energetischen Belastungen von außen)
  • energiesparender Schonraum sein (Entlastung von Aufgaben und Pflichten aus dem engeren privaten – und nach Möglichkeit auch vorübergehend im beruflichen – Umfeld, von Familie, Eltern, Verwandtschaft, Freunden)
  • Heilklima innehaben (Bewusste Selbstfürsorge, Versorgung mit all den positiven Emotionen, Dingen, Kontakten, die Ihnen spürbar(!) gut tun und die Ihnen innere Ruhe, Freude und Wohlgefühl vermitteln können).

Ihr „Therapie-Kokon“ soll einen Beitrag leisten

a) zu einem bewussten Emotionsmanagement (z.B. Schutz vor belastenden Themen und Gedanken und daraus resultierenden negativen Emotionen)

b) zu einem ökonomischen Einsatz der verfügbaren(!) Kräfte, als energetischer Überlastungsschutz (Energiemanagement)

c) zum Zulassen und und bewusster Produktion positiver Erlebnisse mit entsprechend positiver Emotionen, „Auftanken“ mit Lebensfreude

 

Worauf sollten Sie bei der Einrichtung ihres privaten und beruflichen „Genesungs-Kokon“ achten und was sollten Sie beachten?

Nachfolgend werden Ihnen die wichtigsten Rahmenbedingungen ihres Genesungs-Kokons aufgeführt. (Achtung: die Beachtung und Umsetzung dieser flankierenden Maßnahmen allein ersetzen keine ambulante Psychotherapie, sondern dienen als wertvolle Ergänzung).

Hier ein erklärendes Beispiel aus der Organmedizin:

Wohl niemand käme auf die Idee, im Zimmer eines Grippekranken bei eiskaltem Wind und regnerischem Wetter sämtliche Fenster zu öffnen, das Krankenzimmer einem (bayrischen) Blasorchester als Proberaum zur Verfügung zu stellen oder den Nachbarn zu erlauben, täglich ihre vollen stinkenden Mülltüten, ihren Gift- und Sondermüll im Zimmer des Erkrankten zu „entsorgen“!

Auch würde man diesem schwer an Grippe Erkrankten nicht zumuten, den Keller aufzuräumen, den Garten umzugraben, Verwandtschaftsbesuche durchzuführen etc. etc.

Stattdessen würde man den Kranken vor Stress und Belastungen schützen, ihm Ruhe gönnen, für ein angenehmes Raumklima, für Sauberkeit sorgen und ausreichende Versorgung (Schonkost, gesundes Essen, ausreichend Getränke reichen) mit allem gewährleisten, was zur Heilung bzw. Genesung beiträgt. Von Arbeiten und Pflichten wäre er entpflichtet, stattdessen wäre ihm Rückzug und Schonung angeraten.

Im Gegensatz zum organisch Erkrankten ist das Bewusstsein der systematischen Vermittlung heilungsfördernder Faktoren bei psychisch Erkrankten – z.T. auch bei den behandelnden Psychotherapeuten – nur bedingt entwickelt. Dieses fehlende Bewusstsein eines zu strukturierenden und auszugestaltenden externen „Heil-Raumes“ außerhalb der psychotherapeutischen Praxis hat verschiedene Ursachen, auf die im einzelnen noch zurückzukommen sein wird. Seit über 28 Jahren als Psychotherapeut für Erwachsene, Kinder und Jugendliche im Praxisbetrieb tätig, ist mir die Einrichtung des Therapie-Kokons zu Beginn der Verhaltenstherapie („upfront“) ein unverzichtbares, systematisch durchgestaltetes Therapiemodul geworden.

 

Die Rahmenbedingungen ihres Entwicklungs-Kokons im einzelnen (aus Zeitgründen zunächst unsortiert, Systematik folgt nach)


1. Entlastung des psychisch Erkrankten von Beziehungs-/ Gesundheits-/ Finanzproblemen seiner Bezugspersonen und Bekanntschaften.

Eine ambulante Psychotherapie erfordert die Entlastung von den Beziehungs-/ Gesundheits-/ Finanz-Problemen ihrer Bezugspersonen! Erwachsene Bezugspersonen sollten sich bei eigenen Problemen ausschließlich an professionelle Helfer (Psychotherapeuten, Ärzte etc.) bzw.  an befreundete/ kompetente Ansprechpartner wenden, die konkrete Hilfe leisten können und wollen.

Die Problem-Kommunikation mit Kindern „von oben nach unten“ (von Bezugsperson (BP) zum Kind) verbietet sich!  Die Problembesprechung  „von unten nach oben“ (Kind – BP) sollte dagegen jederzeit möglich sein! Im ersten Fall „von oben nach unten“ legen die Erwachsenen ihre eigenen Sorgen und Probleme auf die Schultern ihrer Kinder – das kann niemand wollen, und es ist im übrigen auch ein „Emotionaler Missbrauch“ der Kinderseele!!! (Beispiele)

 2. Vermeidung indirekter Kommunikation = Nicht über Personen reden, die nicht anwesend sind (Beispiele)

Mit dem Gesprächsparter (gilt bes. bei Kindern und Jugendlichen) sollte nicht über Dritte, beim Gespräch nicht anwesende Personen gesprochen werden. Damit wird Raum gegeben für Themen, die beide interessieren und betreffen. Zugleich verhindert diese sog. „direkte Kommunikation“ das Entstehen von Missverständnissen (mit all ihren negativen emotionalen Belastungen).

Bei der Kommunikation ist es wie beim Billard – die direkt gespielte Kugel (die direkte Kommunikation) ist die zielsicherste, wenn sie dagegen „über die Bande“ gespielt wird, erreicht sie ihr Ziel oft nicht oder nur ungenau (verzerrt).

3. Psychische Erkrankungen werden bezüglich ihrer energiezehrenden körperlichen Auswirkungen unterschätzt! Daher gilt im Krankheitsfall:

„Lassen Sie sich nicht von anderen einspannen, und spannen Sie sich nicht selbst vor den Karren anderer!“ s.o. „Bitte Tu es mir/ Papa/ Mama/ Oma/ Opa zuliebe!!“  STOPP!

Die seelischen Störungen bzw. Erkrankungen binden mindestens ebenso viele körperliche Kräfte wie die „organische Krankheiten“. Daher erfordert die ambulante Behandlung psychischer Erkrankung ebenso einen „Schutz- und Schonraum“ (auch ausserhalb der Praxis!), sowie ein „emotionales Heilklima“, in dem sich entspannende Ruhe sowie positive Emotionen heilend bzw. entwicklungsfördernd auswirken können (Wie in einem „Kokon“).

4. Sorgen Sie für ein „Emotionales Heilklima“ (privat, aber auch beruflich):

Meiden Sie nach Möglichkeit mediale Quellen (TV, Internet, Radio) negativer Emotionen: von krankem Stuff ist noch niemand psychisch gesund geworden! (Nachrichten, Talkshows, Problemberichte, Menschliche Dramen, Berichte von der onkologischen Kinderstation etc.) etc.)

Suchen Sie Quellen positiver Emotionen auf, aktivieren Sie „frühere“ Spender von Lebenslust und – freude, stellen Sie diese positiven Emotionen selbst her (Musik, Filme, Bücher, gute Gespräche, Handwerken, Malen, Handarbeiten, Basteln, Sauna, Wandern, Sport treiben – nicht exzessiv, sondern im Genussbereich, etc.)

5. Lassen Sie sich von anderen keine belastenden Themen aufnötigen! (s.auch 5.1)

Setzen Sie sich besonders im Falle einer psychischen Erkrankung möglichst keinen Themen aus, die ihnen negative Gefühle (Unlust, Abneigung, Ängste) bereiten (weder im Gespräch mit anderen Personen („Krankheitsbeobachter“, „Hobby-Heiler“, „Kranken-Verhöre“, noch medial via Fernsehen, PC, Radio (z.B. Nachrichten, Talkshows,, Internet-Müll). Beliebte Einleitungen für Krankenverhöre sind z.B.

„Seit wann bist Du denn jetzt beim Psychotherapeuten?“

Wie ist das denn jetzt mit Deiner Depression/ deinen Ängsten?

Ich habe gelesen, Johanniskraut/ Kalte Güsse/ Dinkelkissen etc. etc.

Stoppen Sie diese „zur-Schau-Stellung“ ihrer Person von neugieriger Verwandtschaft, „netten“ Kollegen, „Guten Freunden“ etc. durch Themenwechsel oder durch Nachfragen z.B. bezüglich Prostata oder Hämorrhoiden beim Fragesteller… 

Der psychisch Erkrankte muss sich vor den problembelasteten Themen – welcher Art auch immer – offensiv und bewusst abgrenzen und schützen! („Bitte lass uns das Thema wechseln oder etwas Schönes unternehmen, dieses Thema belastet mich zu sehr, es tut mir weh, es bereitet mir Kopfschmerzen“).

Stattdessen lieber Interessantes, Tröstendes, positiv Ablenkendes (kann auch PC-Zocken sein) unternehmen/ austauschen

5.1. Achten Sie darauf, mit ihrer Erkrankung auf keinen Fall zum Gesprächsthema von Kaffeekränzchen werden. („Möchte ich nicht drüber reden“, lasst uns besser über anderes sprechen, lasst uns lieber etwas schönes Spielen…“) Lassen Sie sich bitte! von anderen Menschen keine Themen aufzwingen, über die Sie nicht reden möchten. Vermeiden Sie, von anderen Menschen (besonders auch von Angehörigen) in die Rolle des „Psychisch Kranken“ hineingedrängt zu werden („Wie geht es Dir jetzt?, Was hast Du gegessen?, Was hast Du gemacht?“).

5.2 Befindlichkeitsfragen im öffentlichen Raum

Gehen Sie im Krankheitsfalle keinesfalls auf Befindlichkeitsfragen ein, weichen Sie „diplomatisch“ aus (Überlegen Sie sich die für Sie „passenden“ Antworten im voraus). Beantworten Sie „Befindlichkeitsfragen“ („Wie geht es Dir/ Ihnen?/ Bist Du nicht krank geschrieben“)  am besten mit der Floskel „Es geht! – Und Dir?“ Oder mit der Frage: Was möchtest Du/ möchten Sie für mich tun?“ (Bitte auf die Reaktion achten).

Auf Befindlichkeitsfragen sollten Sie a) nur demjenigen konkret antworten, der ihnen bei Problemen auch konkret Hilfe bringen kann (z.B. Psychotherapeut oder Arzt).

Oder b) einem Menschen, der Ihnen durch seine Art helfen kann, vorübergehend wunderbar abgelenkt zu sein von Problemen und psychischen Symptomen: wahren „guten Freunden!“

6. Machen Sie sich im Falle eigener Erkrankung auf keinen Fall zum „Problem-Container“ von anderen!

Lassen Sie sich auch keine diesbezüglichen Themen aufdrängen (s.o.) : machen Sie sich niemals zum Problemcontainer anderer Menschen – die können sich professionelle Hilfe bei mir oder meinen Kollegen holen. Vermeiden Sie Themen, – auch medial im TV, Internet oder Radio vermittelt – die sie wütend machen, die bei Ihnen Ängste, Hilflosigkeitsgefühle, Schuldgefühle oder Traurigkeit auslösen. 

 7. Sprechen Sie daher über ihre psychischen Probleme (oder über „Schwächen“, „Symptome“) nach Möglichkeit ausschließlich mit ihrem behandelnden Psychotherapeuten und ihrem Arzt. Es gibt hunderte andere „positive“, interessante Themen oder Beschäftigungen, worüber Sie sich mit anderen austauschen können. Statt über Probleme zu reden macht es oft mehr Sinn, miteinander etwas Schönes zu unternehmen, zu spielen, zu kochen, Spazieren zu gehen oder Sport zu treiben etc. .

8. Hören Sie sich im Krankheitsfalle – und auch sonst nach Möglichkeit nicht – bitte keine Probleme anderer Menschen an, und beschäftigen Sie sich nicht mit Fremdproblemen! (Die Psychotherapeuten bilden da eine Ausnahme, aber wir nutzen ihre Probleme als wertvolle Informationen zur professionellen Hilfe!) Dies gilt ganz besonders im Falle einer psychischen Erkrankung: die Gefahr ist groß, dass Sie sich beim „Aufnehmen“ der Fremdprobleme zum „Affektcontainer“ machen. Dann nehmen Sie nicht nur den „Inhalt“, sondern auch die belastenden („toxischen“) Aspekte der Fremdprobleme („Gefühls-Sondermüll“) in sich auf…und tragen diese mit sich herum. (Ein Grippekranker kann sich auch nicht um die Krankheits-, Beziehungs- oder Geldprobleme anderer Menschen kümmern…).

9. „Du hast ja jetzt Zeit!“ –  

So oder ähnlich hat schon so manche(r) Patientin morgens eine To-Do-Liste überreicht bekommen – zum Abarbeiten!

Lass Dich nicht ausnutzen, nur weil Du nicht organisch erkrankt bist!

Aufgrund einer psychischen Erkrankung AU-geschrieben ist die Gefahr groß, von lieben Angehörigen zum Aufräumen, Umräumen, Renovieren, Umziehen, Ausbauen etc. eingespannt zu werden. Die Patienten selber unterschätzen (s.o.) die energetischen Auswirkungen ihrer psychischen Erkrankung, krempeln die Ärmel hoch und stürzen sich in – überlastende – verpflichtende private Arbeiten. VORSICHT!

Ihr innerer Akku ist leerer als Sie denken – und zur seelischen Heilung ist ein gut geladener AKKU unabdingbar…

Daher gilt: Aktivitäten während einer psychischen Erkrankung sollten bedürfnis- bzw. interessengeleitet und abhängig von dem jeweiligen „Lade-Zustand“ ihres inneren Akkus“ durchgeführt werden.

Nach entsprechender Ruhe stellen sich meist ganz automatisch Aktivierungswünsche ein : bitte mit Maß und Ziel, und ohne sich selbst  zu zwingen, bzw. sich von anderen Menschen zwingen zu lassen. Zum richtigen Zeitpunkt und im geeigneten Rhythmus kann dann auch der Bau das Entrümpeln eines Kellers- oder der Ausbau eines „Rückzugsraumes“ im Dachgeschoss Freude bereiten.

 

Soweit die erste „Bau-Anleitung“ für den „Therapie-Kokon“. Manches muss noch deutlich gekürzt, anderes wird von mir noch ergänzt werden.

Mache alles neben dem vollen Praxisbetrieb, aber besser stückweise wie gar nicht!

 

Herzliche Grüsse

Klaus Wieland

PS. Anregungen und Kritik sind ausdrücklich erwünscht! (s. Kontakt)