Der TherapieSchirm: Schutz- und Schonraum bei ambulanter Psychotherapie

 

 

Der Therapieschirm

Ein externer Schutz- und Schonraum während einer ambulanten Psychotherapie

Dipl.-Psych. K. Wieland   

Psychologischer Psychotherapeut  & Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut (VT)

Der „TherapieSchirm“ verhilft den Patienten einer ambulanten Psychotherapie zu einem Schutz- und Schonraum im privaten (und beruflichen(!) Lebensumfeld.

Der TherapieSchirm wird zu Beginn der Psychotherapie aufgespannt und soll den Patienten vor negativen äußeren Einflüssen abschirmen und verdeckte Energiefresser ausschalten.

Wieso ist ein Therapieschirm bei ambulanter Psychotherapie wichtig – und wieso gibt es keinen Schutzschirm bei medizinisch-ambulanter Behandlung?

Zuerst: selbstverständlich gibt es auch bei der Behandlung körperlicher Erkrankungen ärztlich verordnete „Schutzschirme“, die entsprechend eingerichtet werden, damit die medizinische Behandlung „greift“. So wird dem Patienten z.B. Bettruhe verordnet, der Genesungsraum soll z.B.  sauber, warm und ruhig sein, der Patient soll z.B. Schonkost zu sich nehmen, sich mit ausreichend Flüssigkeit versorgen, sich vor Lärm, Hektik und schwerer körperlicher Betätigung schützen etc. etc.

Diese vom Arzt verordneten Schutz- und Schonräume zur Verbesserung der Heilungschancen medizinischer Behandlung werden vom Patienten und dessen Angehörigen meist  klaglos akzeptiert und umgesetzt. Der Sinn dieser „flankierenden“ Maßnahmen, die der „eigentlichen“ Behandlung einen Rahmen geben, erscheint sowohl den Patienten wie den Personen seiner sozialen Umgebung unmittelbar einsichtig.

Dieses intuitive, unwidersprochene Verständnis für therapieförderliche bzw. therapiehinderliche, wenn nicht gar therapieverhindernde Rahmenbedingungen ist weder bei einer psychischen Erkrankung, und erst recht nicht in Bezug auf die psychotherapeutische Behandlung vorauszusetzen.

Wieso und worin genau unterscheiden sich die Rahmenbedingungen von somatischer und psychischer Erkrankung und Behandlung?

Die somatisch kranken und medizinisch behandelten Patienten haben den Vorteil, dass sie unter einer Erkrankung leiden, die ist wie sie ist. Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Herzprobleme, Gefäßprobleme, unkontrolliertes Zellwachstum, Nervenerkrankungen sind eben, wie sie sind, mit all ihren körperlichen Auswirkungen und klinisch meßbaren Symptomen – bis hin zur Visualisierung, d.h. Sichtbarmachung der krankheitsauslösenden Faktoren.

Die seelischen Symptome sind indessen viel weniger fassbar in ihren Ursachen, merkwürdiger in ihren Ausprägungen. Sie wirken sowohl auf die Patienten selbst als auch auf ihre soziale Umgebung unverständlich, unvernünftig, ja, auch verunsichernd, um nicht zu sagen „irgendwie verrückt“. Wie z.B. sämtliche Formen von Esstörungen, Zwangsverhalten oder Ängste in den unterschiedlichsten Ausprägungen. Die einen essen so gut wie gar nichts, die anderen essen ohne Limit viele tausend Kalorien, und wieder andere essen sehr viel und erbrechen dann alles wieder. Einige dürfen nichts anfassen, andere wiederum rappeln endlos an ihren Türgriffen, um sicher zu gehen, dass sie auch abgeschlossen haben; sie drehen die Griffe ihrer Tassen nach rechts, führen ganz bestimmte Schrittfolgen oder geheime, d.h. verdeckte Zählrituale aus. Eine ganze Reihe von erwachsenen Menschen sind trotz ihres Führerscheins nicht in der Lage, ihren PKW zu fahren, oder eine Autobahn zu benutzen. Sie trauen sich nicht in eine Straßenbahn oder einen Bus, oder sie meiden große freie Plätze. usw.usw.

Patienten mit körperlichen Erkrankungen stehen unter der professionellen Behandlungs-Regie eines Arztes. Weder Außenstehende noch Bezugspersonen der Kranken mischen sich in die Behandlung bzw. die Behandlungsbeziehung ein.

Diese Nicht-Einmischung und Nicht-Kommentierung durch Dritte liegt zum einen daran, weil die meisten Menschen von den konkreten medizinischen Zusammenhängen und deren Behandlung KEINE AHNUNG haben. Darüber hinaus trauen sie sich auch nicht, die Behandlungsautorität des Arztes anzugreifen und damit indirekt Verantwortung für den Behandlungsverlauf zu übernehmen.

In aller Regel belassen es die Menschen dabei, bei schwereren körperlichen Erkrankungen ihr Mitgefühl zum Ausdruck zu bringen, man ringt nach trostreichen Worten, kauft Saft oder Kekse, um neben dem obligatorischen „Gute Besserung“ zu einem möglichst guten emotionalen Zustand des Patienten beizutragen.

Gleichgültig ob jemand unter einer schweren Grippe leidet, eine Herzerkrankung oder Diabetes Typ B hat, wird der somatisch erkrankte Patient während der Behandlung weitestgehend von besserwisserischen, entwertenden oder verunsichernden Kommentaren verschont. Auch die Autorität des Arztes bleibt gegenüber den Patienten von Angriffen, von Entwertungen oder Besserwissereien verschont: zum einen fehlt den Bezugspersonen (BP) meist das entsprechende Fachwissen, und , wie oben schon gesagt, möchten sich die Menschen die Verantwortung für einen Therapieerfolg auf sich laden oder sich durch „unverantwortliches Hineinreden“ gar schuldig machen an unglücklichen Behandlungsverläufen.

Völlig anders sieht die Situation der Patienten einer ambulanten Psychotherapie innerhalb ihrer sozialen Umgebung aus!

A +B) Bei seelischen Erkrankungen wie z.B. Angststörungen, bei Eßstörungen, Depressionen oder bei Zwangsverhalten muss nicht nur der Patient mit Angriffen rechnen, mit emotionalen Verletzungen, persönlichen Entwertungen, Beschämungen etc.

I) Entwertung des psychisch kranken Menschen

Als „immer schon bequem“, als „faul“, „zu dumm“, als „immer schon verrückt“ muss sich kein körperlich Erkrankter bezeichnen lassen. Die Erkrankung scheint für sich selbst zu sprechen. Bei psychisch Erkrankten sind diese „hilfreichen“ Kommentierungen von der Seitenlinie eher die Regel als die Ausnahme

II) Entwertung der psychischen Erkrankung als „Krankheit“

Die seelische Erkrankung als solche wird ebenfalls oft genug entwertet oder fehlgedeutet als das manifeste Ergebnis von „Faulheit“, „Dummheit“, „Ungehorsam“, etc. Kein Grippekranker müsste sich Kommentare anhören wie z.B., dass er sich doch nicht so anstellen solle – oder dass man sich schämen solle, der Familie solche Probleme zu bereiten!

Selbst eine Reihe von Ärzten – die es eigentlich besser wissen müssten – bezeichnen eine ganze Reihe seelischer Erkrankungen als „Befindlichkeitsstörungen“! (Und 

III) Entwertung der psychotherapeutischen Behandlungsmethode

C) Auch die methodische Behandlung seelischer Erkrankungen, die Psychotherapie, wird von jedermann nach Lust und Laune kommentiert, attackiert, sabotiert, entwertet etc., gerade auch von Menschen, die noch niemals eine psychologische Praxis von innen gesehen haben geschweige denn sich selbst einmal einer psychologischen Behandlung unterzogen haben .

IV) Entwertung der Psychotherapeuten als Behandler seelischer Erkrankungen

D) Last but not Least sind es auch die Psychotherapeuten, die professionellen Behandler seelischer Erkrankungen, die gegenüber dem Patienten von vielen Seiten bewertet, kritisiert, entwertet werden.

Von den Ärzten wissen die meisten, dass diese ein 10jähriges Studium absolviert haben, um ihren Arztberuf ausüben zu können und zu dürfen. Dass auch wir Psychotherapeuten eine 10jährige zertifizierte Ausbildung durchlaufen müssen, wissen die wenigsten. Falls doch, wird diese Universitätsausbildung dennoch als Zauber, als Quatsch-Veranstaltung, als Hokuspokus eingeschätzt und bewertet.

Kein Arzt müßte sich als „Irrer“ bezeichnen lassen, als Behandler, „der selbst am meisten gestört“ ist, als Scharlatan, als psychisch krank beschimpfen und entwerten lassen. Gegenüber den Patienten geschehen diese Entwertungen jedoch wesentlich häufiger wie angenommen.

 

Allerdings berichten uns die betroffenen Psychotherapie-Patienten nicht in jedem Fall und selbstverständlich über die verschiedenen o.g. kommentierenden Entwertungen, Verletzungen, Beschämungen, Druckerhöhungen etc.

 

Wieso kommen diese äußeren, therapiegefährdenden Belastungsfaktoren sehr oft nicht in der Praxis an?

Ein wesentlicher Grund ist der, das uns die Patienten nicht mit der Widergabe ihrer Erfahrungen verletzen und beschämen wollen. Sie setzen Hoffnung auf uns, dass wir in der Lage sind, nach oft jahrelanger Pharmakotherapie, Kinikaufenthalten, vom Therapeuten vielleicht doch aus ihren „Angst-, Schuld- Zwangs- oder Schamhöhlen“ herausgerettet zu werden.

Der Psychotherapeut als seelischer Höhlenretter, dass trifft die Sache mA. nach sehr gut.

 

FAZIT: Im Falle einer Psychischen Erkrankung fühlt sich jedermann berufen, Kommentar zum Patienten, zur Psychischen Erkrankung, zur Psychotherapie oder in Bezug auf den Psychotherapeuten loszuwerden.

Woran liegt es, das sich viele Menschen zu negativen Kommentaren bei ambulanten Psychotherapien berufen fühlen?

Der nachfolgend erläuterte „Therapieschirm“ hat die Funktion, von Anfang an den Patienten, die psychotherapeutische Behandlung UND die Vertrauensbeziehung des Psychotherapeuten von den häufigsten negativen Einwirkungen und therapiegefährdenden Energiefressern aus dem sozialen Lebensumfeld des Patienten abzuschirmen.

Aus dem Vorgenannten ergab sich für mich immer dringender das Bedürfnis nach einem systematischen Vorab-Ausrüstung bezüglich möglicher Therapiehemmnisse

 

Auch viele psychotherapeutisch tätige Kollegen erklärten, zu dem Thema befragt, dass sie eher zufällig, unsystematisch oder anlassbezogen auf die Kontrolle und Neutralisierung externer Therapiehemmnisse eingehen. Dabei gelangen eine ganze Reihe dieser TheapieHemmnisse im Rahmen der therapeutischenSitzungen nicht zu Gehör  geschweige denn zur neutralisierienden Bearbeitung.

Dies hat verschiedene Gründe, die im einzelnen noch aufgeführt werden sollen!

 

 

 

Wie wird der Therapieschirm aufgespannt?

Mittels einer „Check-Liste“ der wichtigsten seelisch krankmachenden („psychopathogenen“) Faktoren und Energielecks sollen Sie als Patient von Beginn an! in die Lage versetzt werden, psychopathogene Faktoren und geheime Energieverbraucher zu erkennen, sich abzugrenzen oder adäquat mit ihnen umzugehen.

Nach dem Motto „Man sieht – und hört – nur, was man weiß!“ wurden auf dieser Checkliste die 10 wichtigsten therapiegefährdenden Faktoren für  (zukünftigen) Psychotherapie-Patienten zusammengestellt.

Vorweg erlauben Sie mir einige wichtige Bemerkungen:

  • Der vom Patienten aufgrund nachfolgender Informationen aufgespannte „TherapieSchirm“ ersetzt keine Psychotherapie(!), aber er verhilft dem Patienten von Beginn an (!) zu einem systematisch eingerichteten(!)  externen „Behandlungsraum“ (wie ein perfektes „mobiles Krankenzimmer“) während der Psychotherapie!
  • Für uns Psychotherapeuten existiert Ihr konkreter Lebensraum außerhalb der Psychotherapeutischen Praxis lediglich in Vermutungen und in unserer Phantasie („Dark Side of The Moon“) – wir sehen und hören Sie nur 1 (!) Stunde pro Woche, Sie verbringen aber 167 (!) zuhause oder im Beruf.)
  • Aus diesem Grunde möchte ich Ihnen zeigen, wie Sie ihre engere private – und berufliche Umgebung vor negativen Einflüssen schützen, gefährliche Energiefresser abschalten und sich „therapiegerecht“ einrichten können.
  • Wenn nachfolgend von pathogenen Kommunikationstilen bzw. pathologischem Kommunikationsmilieu die Rede ist, heißt das keinesfalls, dass die Bezugspersonen (BP) der Patienten „böse“ oder  „Psychopathen“ sind! Allerdings sind bestimmte Sätze und „Sprüche“ (s.u.) besonders für Kinder und Jugendliche, aber auch für Erwachsene, die sich in diesem speziellen „Kommunikationsmilieu“ bewegen, psychisch sehr belastend wenn nicht sogar re-traumatisierend. (Auch wenn diese „Sprüche/ Sätze“ von Personen kommen, die ihnen sehr nahe stehen, – z.B. Menschen aus engster Verwandtschaft – ist die Auswirkung! auf den Heilungsprozess! ihrer Seele ebenfalls extrem belastend!) Die negativen Auswirkungen dieser pathogenen Kommunikation ist allerdings den meisten Bezugspersonen nicht bzw. nicht voll bewusst.
  • Der nachfolgend oft verwendete allgemeine – geschlechtsneutrale -Begriff „Bezugsperson“ (BP) ist ganz bewusst gewählt. Zum einen soll damit unbedingt der Eindruck vermieden werden, es gehe im nachfolgenden Text in irgend einer Weise um geschlechtsspezifische Schuldzuweisungen oder Erziehungs-Vorwürfe. Sowohl Männer als auch Frauen als BP wirken auf das kindliche Auffassungsvermögen durch spezifische emotionale Sprache pathogen! Es kommt also nicht auf das Geschlecht der BP an, sondern auf den Einsatz der nachfolgend aufgeführten pathogenen Kommunikationsstile. Für ein Kind, einen Jugendlichen oder einen erwachsenen Menschen ist es sehr verletzend, kränkend, ängstigend und verunsichernd, als „dumm“, „faul“, „egoistisch“ etc. bezeichnet zu werden, gleichgültig, ob diese Sätze von Männern oder Frauen ausgesprochen werden.
  • Im übrigen spielen die bewussten oder unbewussten Motive der BP „hinter“ ihrer verletzenden, irritierenden oder kränkenden Sprache in dieser Rubrik überhaupt keine Rolle. Bei meiner Arbeit über den Therapiekokon geht es nicht um den Austausch von bewussten und unbewussten Motivlagen zwischen BP und „Ansprechpartner/ Therapiepatient“, sondern von Interesse sind ausschließlich die psychischen Auswirkungen pathogener Sprache, belastender Erlebnisse und energiezehrender Aktivitäten auf Psychotherapie-Patienten.
  • Unsere Patienten wissen meist nicht – und müssen dies auch nicht – , welche emotionalen und energetischen Faktoren ihrer sozialen Umgebung hinderlich wenn nicht sogar gefährdend sind für ihre psychische Genesung. Meist sind ihnen die schädlichen Auswirkungen nicht bewusst, daher bringen sie diese therapeutisch wertvollen Informationen aus den unterschiedlichsten Gründen nicht immer zur Sprache. Um diesbezüglich nicht blind herumzustochern, auf Glückstreffer oder auf Zufallsfunde zu hoffen, bin ich seit einigen Jahren in Zusammenarbeit mit meinen Patienten dazu übergegangen, diese negativen therapiebegleitenden Faktoren von vorne herein zu erkennen, abzuräumen, zu neutralisieren bzw. offensiv zu kontrollieren.
  • Der Inhalt dieses Textes über den „Therapie-Kokon bei Psychotherapie“ ist urheberrechtlich geschützt, insbesondere auch der Begriff „Psychotherapie-Kokon“. Das Urheberrecht liegt ausschließlich bei Dipl.-Psychologe Klaus Wieland; bitte fragen Sie mich, falls Sie Inhalte dieses Artikels verwenden möchten

DIE 10 WICHTIGSTEN KRANKMACHER-SÄTZE und KRANKMACHER-SITUATIONEN („Therapieblockierer“) FÜR PSYCHOTHERAPIE-PATIENTEN —

UND WIE SIE SICH DAVOR SCHÜTZEN KÖNNEN!

 

  1. Von Befindlichkeitsfragen, Krankenverhören und „Therapiekommentatoren“:
  2. „Wie geht es Dir?“ „Wie geht es Ihnen?“ („Befindlichkeitsfragen)“: Der Befindlichkeitsfrager will etwas von Ihnen wissen, möchte Informationen über Sie und Ihre Erkrankung! Er bereichert sein eigenes Leben mit ihren! Problemen  – ohne Ihnen bei ihrer psychischen Problematik konkret helfen zu können – und ohne Ihnen etwas Problematisches von sich selbst preiszugeben. Dafür hat er am Kaffeetisch oder beim Friseur immer etwas zu erzählen: Sie sind in seinen Erzählungen der Pechvogel, der Kranke, der Verlierer, der Faule etc.! STOPPEN Sie diese „Aushorchung“, Krankheitsexploration und Krankenausbeutung durch wissbegierige „Neugierige“, aber bitte lassen Sie sich auch nicht durch „gutmeinende“ nahestehende Bezugspersonen (BP.) ausfragen. (Sie bleiben dann immer in der unglücklichen Rolle des „Psychisch Kranken“ – und die Frager brauchen nichts von sich preiszugeben) Ihre Standard-Antworten könnte sein: „Mir geht es gut – und wie geht es Dir/ Ihnen??“ „Danke der Nachfrage, was möchten Sie für mich tun!?“

Allergrößte Zurückhaltung ist geboten ist bei kollektiven Befindlichkeitsbefragungen am Familientisch, bei Verwandtschaftstreffen, bei Feiern oder Festen von Freunden, Bekannten oder Kollegen:

Lassen Sie sich anläßlich dieser Ereignisse bitte niemals(!) zum Gesprächsthema als „Psycho-Patient“ in der „privaten Eßtisch- oder Kaffeetisch-Klinik“ machen – auch nicht, wenn dies unter 4 Augen geschieht wie bei einem Verhör.

Beispiel für „private Patientengespräche“:

I „Diagnosephase in der privaten Eßtisch-Kaffeetischklinik“:

„Was macht Deine Depression? Hast Du eigentlich immer noch diese Ängste? Du siehst aber schlecht aus, wieso ißt Du denn so wenig? Burn out sagen alle, die zu faul zum Arbeiten sind…; Oma hatte auch immer Angst vor Spinnen und Wespen…; Frau  Mütze fragt, ob DU IMMER NOCH NICHT ZUR ARBEIT/ ZUR SCHULE/ ETC. GEHST? Wie ist das denn mit Deinen Zwangshandlungen, die sind doch vollkommen sinnlos…Wie Du traust Dich nicht mit Bus oder Bahn zu fahren,?nicht auf die Autobahn, das gibts doch gar nicht: Aber du hast doch den Führerschein, Nimmt euer Sohn / eure Tochter immer noch Drogen/ TRINKT/ Raucht jetzt etwa schon BONG? …etc- etc.

II „Behandlungsphase in der privaten Eßtisch- Kaffeetischklinik“:

Herr Maier sagt, 1 Liter Johanniskrauttee auf nüchternen Magen hatte ihm geholfen – oder war es Kamille?…..; Frau Müller kennt eine Frau, deren Bekannte arbeitet mit Engelskarten, aber muss man selbst bezahlen…; Morgens eiskalt duschen, und dann sofort Gymnastik…; Der Du sollst doch jeden Tag mindestens 1000 Kalorien zu Dir nehmen…VITAMIN B21 KOMPLEX soll auch bei psychischen Problemen helfen…

 

Die Therapie-Kommentierer, Entmutiger und Therapie-Zerstörer

Eine besonders gefährliche Art der Befindlichkeitsbefrager entpuppt sich später als schlauer Therapie-Kommentierer, als listiger Therapie-Entmutiger oder gar bösartiger Therapie-Zerstörer. Persönlich selbst nie in psychotherapeutischer Behandlung gewesen, reden diese Menschen über ihre Psychotherapie wie die Blinden von der  Farbe. Darüber hinaus missbrauchen diese Personen IHRE OFFENHEIT! um Sie mit ihren eigenen Informationen zu verunsichern, zu beschämen, zu entwerten, psychisch zu zerstören. (Über die speziellen Motive dieser Menschen soll hier nicht eingegangen werden, s.o.)

Ganz allgemein lässt sich sagen, dass es viele Menschen nicht ungern sehen, wenn es anderen Menschen – vorsichtig formuliert – nicht so gut geht. Nicht alle Menschen haben Interesse daran, Ihnen aus ihrer Problemsituation herauszuhelfen. Das Verfolgen von Scheiterungen anderer Menschen ist eine beliebte Freizeitgestaltung (s. CastingShows, s. Goodbye Deutschland etc.).

Meist spielt bei diesen pathologischen Kommentaren dieser (möglicherweis Ihnen sehr nahestehender) Menschen eine gehörige Portion NEID, MIßGUNST oder EIFERSUCHT auf SIE, IHREN ERFOLG; IHR LEBENSGLÜCK; IHR AUSSEHEN, IHRE BEZIEHUNG ETC. eine große Rolle!

Diese menschlich niedrigen Emotionen tarnen sich angesichts Ihrer psychischen Probleme oft heuchlerisch damit, das gesagt wird, man wolle doch nur IHR BESTES!!! 

BLOCKER-ANTWORT: „DAS BESTE MÖCHTE ICH FÜR MICH BEHALTEN!“) 

Wenn dann noch – aufgrund von ihren diskreten Informationen – die Möglichkeit besteht, selbst aktiv dazu beizutragen, dass SIE weiter „im Mist“ steckenbleiben – oder vielleicht sogar NOCH TIEFER HINEINGERATEN – geht es einigen Menschen dabei ausgesprochen gut. 

Falls Sie den schweren! Fehler begangen haben sollten, zuviele diskrete Informationen vom Verlauf ihrer Psychotherapie preisgegeben zu haben, schlägt die Stunde der Therapie-Kommentierer, der Therapie-Entmutiger und der „Zerstörer“. Diese Menschen“bedanken“ sich für ihre Offenheit mit sehr verletzenden, entmutigenden und entwertenden Kommentaren. Sie haben Freude daran, Ihnen ihre intimsten Mitteilungen über Chancen, Scheiterungen der Therapie, über Dinge, die vielleicht nicht so gelaufen sind wie gedacht „um die Ohren zu hauen“!

Beim Entmutiger fallen z.B. Sprüche wie:

„Habe ich doch gleich gesagt, das wird nichts (mit Dir)…

„…ist doch alles Kokolores…, alles Quatsch…rausgeworfenes Geld…“

„Die Psychologen sind doch alle selber verrückt!“

Beim Entwerter fallen Sätze wie:

„Bei Dir hilft aber auch gar nichts…, jetzt hast Du schon soooo viel gemacht… aber immer noch nicht…!!!“

„Bei anderen/ bei mir damals lief das Alles sehr viel schneller!“

Der Therapie-Zerstörer wartet auf seine Chance und schlägt dann erbarmungslos zu mit Sprüche wie:

„DU bist wahrscheinlich zu gestört!“

„Immer gesagt, Du bist DUMM UND FAUL!“

 

RESUMEE: Am besten Sie berichten Dritten nur sehr oberflächlich oder am besten gar nicht über ihre Erlebnisse aus den Therapiesitzungen. Damit bleibt der „DRUCK IM KESSEL“, und jeder Koch weiß, dass nur so das Essen gut durchgegart wird. Wenn immer jemand in den Topf schaut, wird alles lau warm…

 

Alle Befindlichkeits-Befrager, Therapie-Kommentierer und -Zerstörer halten es für ganz normal, Sie ganz selbstverständlich zu diskreten psychischen Dingen befragen zu dürfen:

Frage-Variante I

„MAN WIRD JA WOHL NOCH FRAGEN DÜRFEN…!“

BLOCKER-ANTWORT: „Sie/ Du dürfen/ darfst fragen, aber ich möchte nicht darauf antworten! Wir können uns gerne über andere Themen unterhalten…“

Frage-Variante II

„ICH MACHE MIR/MUTTI MACHT SICH/ VATI MACHT SICH/ WIR ALLE/ OMA ETC./  HALT SOLCHE SORGEN (UM DICH)!“

BLOCKER-ANTWORT: „Bitte behalte Deine/ behaltet Eure Sorgen für Dich/ für Euch! Ich habe ein Problem und mir geht es schlecht, aber ich möchte nicht auch noch für eure Gefühle verantwortlich sein oder gar Schuldgefühle haben, dass ich krank bin!“

Die Frager selbst würden sich entschieden verbitten, nach dem Zustand der Prostata („Tröpfelt es noch?“), nach der Wirkung der Hämorrhoidensalbe (Juckt es noch?), oder nach der ZAHL der IBUS in der letzten Woche (etwa immer noch Migräne?) befragt zu werden…oder nach dem Kontostand…oder nach sexuellen Problemen…oder wie es um den Job steht:

Ein heftiges: „DAS GEHT DICH GAR NICHTS AN!!!“ würde Ihnen zurecht entgegenschallen.

Hier die freundliche Version, mit der Sie sich im Kreis ihrer Lieben / Verwandtschaft/ „Vereinsfreunde“ schützen können, zum Gesprächsthema gemacht zu werden: „Darüber möchte ich hier nicht sprechen! …und meinen Partner/  Eltern/ engen Bezugspersonen habe ich auch informiert, dass sie sich Dritten gegenüber nicht über meine privaten Themen äußern sollen!. Dafür habe ich ja meine Behandlungsprofis: die Psychotherapeuten und die Ärzte!

„Wir können ja Mensch-Ärgere-DICH-Nicht spielen, fernsehen oder spazierengehen…! Zusammen Kochen, Backen oder vom letzten Urlaub erzählen… etc.“

 

 

Merken Sie sich in jedem Fall diejenige Person, die mit der Patienten-Aushorchung beginnt! Will sie Ihnen helfen? Das kann man auch diskret, nachdem man Sie unter 4 Augen gefragt hat, ob Sie das auch möchten – und wenn ja, wie. Oder sucht jemand ein OPFER, um ein Gesprächsthema für die langweilige Kaffeetafel zu haben und nichts von seinem eigenen Leben preisgeben zu müssen…

(Sie können mit gerne eigene Schutzstrategien gegen „Aushorchungen und Verhöre“ auf meine Email-Adresse zukommen lassen. Auch Kritik, Anregungen oder Fragen sind willkommen und werden beantwortet…)

2. „Ich /Papa / Mama/ Oma/ Opa etc. mache mir/ macht sich solche Sorgen um DICH!!!“ (Der Sorgenvorwurf) Vom Fragesteller meist in weinerlich-vorwurfsvollem Ton ausgesprochen…) Fragesteller bedroht (!)Sie mit dem Vorwurf, Sie seien mit ihrer psychischen Erkrankung „schuld“ an den „Sorgen“ ihrer BP. Viele Patienten leiden dann mehr unter dem „Sich-Sorgen“ nahestehender BP als unter ihrer eigenen Erkrankung! Der „Sorgen-Vorwurf“ ist für psychisch Erkrankte pathogen und damit das Gegenteil vom erwünschten Heilklima). Antwort: „Bitte verschone mich mit Deinen Sorgen – ich bin krank und brauche jetzt Deine Hilfe! Wenn Du mir keine Hilfe geben kannst, lass mich bitte in Ruhe und mache mir nicht auch noch Schuldgefühle!“ „Behalte deine Sorgen für Dich, wenn Du mir schon nicht helfen kannst!“

  1. 3. „Bitte mache dies und das mir/ Mama/ Papa/ Oma/ Opa etc. zuliebe!?“ („Der bedrohliche Liebesbeweis“) DerFragesteller ignoriert ihre seelische Erkrankung oder unterschätzt die energiezehrende Auswirkung psychischer Symptomatik. Diese „Einspanner“ oder „Pusher“ üben auf den psychisch Kranken einen massiven Druck aus und haben es auf wieder reibungsloses Funktionieren abgesehen. Sie verknüpfen die Ausbeutung ihrer (Rest-!)Energie mit einer erpresserischer Ausnutzung („Du bist doch wohl nicht faul!?“) oder versuchen Sie zu einem erwünschtem Verhalten („Geh doch wieder zur Schule, geh doch einfach wieder arbeiten!“ ) „mit Liebesbeweis zu zwingen, wozu Sie krankheitsbedingt gerade nicht! in der Lage sind. Im  Falle einer psychischen Erkrankung haben Sie keine Energie zu verschenken, und jetzt haben Sie auch noch ein schlechtes Gewissen, weil Sie trotz gute Willens keinen „Liebesbeweis“ liefern können: sowohl die Leidens-Symptomatik als auch die Psychotherapie erfordern von Ihnen einen möglichst gut geladenen „inneren Akku!“) Antwort: „Aufgrund meiner derzeitigen Situation bin ich leider nicht in der Lage, Dir beim Umzug, beim Garagen-Ausräumen, Tapetenabkratzen, Wohnung renovieren etc. zu helfen. Ich bin krankheitsbedingt kaum in der Lage, meine eigenen Interessen zu verfolgen. Du mußt andere Menschen um Hilfe bitten! “ „Aufgrund meiner aktuellen psychischen Situation mache ich mir zuliebe nur noch das, wozu ich in der Lage bin oder wozu ich Lust habe!“ 
  2. Bitte versuchen Sie in ihrem Privat- und Berufsleben(!) während ihrer psychischen Erkrankung „Freundschaftsdienste“ und „Arbeitsleistungen für andere“ bzw. Tätigkeiten anderen Menschen zuliebe aus „Energiespargründen“ unbedingt zu vermeiden.
  3. 4. „HÄTTEST Du…HÄTTEST DU damals auf mich gehört/ (nicht)…gemacht, anders gemacht, hättest Du heute nicht Deine Probleme!“ (Oberschlaue Späte Propheten mit Vorwurf)
  4. HättestDu HättestDu…ist keine Hilfe“ bei psychischen Problemen, sondern wirkt sich auf auf die Betroffenen besonders krankmachend (psycho-pathogen)  aus. HättestDu ist die Verortung und Schuldzuweisung Ihrer Erkrankung mit Ihren vermeintlichen „Verhaltensfehlern“ in der fernen Vergangenheit. Die Botschaft lautet: „Du warst Dumm und ungehorsam, hast mir nicht vertraut! Wenn Du damals auf uns/ mich gehört hättest…/wenn Du Dich vor XY Jahren anders verhalten hättest, wie Du  Dich verhalten hast, hättest Du heute keine Probleme.
  5. Ergebnis dieser „Botschaft“: Der psychisch Erkrankte fühlt sich nicht nur krank, sondern jetzt auch noch ungehorsam und dumm. Antwort: „Hätte ich damals eine Glaskugel gehabt, hätte ich gewusst, dass Du dies heute zu mir sagen würdest!“ „Hätte Hätte…hilft mir jetzt nicht weiter. Nach Deinen prophetischen Fähigkeiten zu urteilen muss Dein Leben ja perfekt und völlig fehlerfrei verlaufen sein…!“                                    VARIANTE VON 4 „Hätten wir/ Hätte ich Dich damals besser nicht …hätten wir / ich mehr Druck/ noch mehr mit Dir…dann hättest Du heute keine Probleme!“ (Späte Propheten mit vermeintlichem! „Selbst“-Vorwurf: Fehlentscheidung bezüglich Deiner Lebensgestaltung) 
  6. Die Formulierung  „Hätten wir/ hätte ich“ hat eine pathogene Facette mehr, weil der Sprecher sich selbst Schuldvorwürfe bezüglich eigenen „Verhaltensversäumnissen“ macht („Meine damalige Fehlentscheidung ist schuld, dass es Du jetzt krank bist!“) ,  die den psychisch Erkrankten mit Emotionen großer Hilflosigkeit, aber auch massiven Schuldgefühlen bezüglich der sich jetzt grämenden Bezugspersonen zurücklässt. (Die Botschaft lautet: „Ich muss ja so ein kaputter, problematischer Mensch sein, dass sich allwissende BP an mir abgearbeitet haben und jetzt ist nichts mehr zu machen“) Ergebnis: bin krank, dumm, und schuld an den Schuldgefühlen der BP, die trotz aller Liebe an mir gescheitert sind. CAVE: von diesen BP unbedingt Abgrenzen, da deren hochpathogener Kommunikationsstil schwerste psychische Schäden anrichtet.

 

  1. 5. „Ich habe/ Er hat es doch nur gut gemeint!“, „Ich wollte doch nur Dein Bestes!“ (Der beschwichtigende Gutmeiner) Gut gemeint ist nicht gut gemacht – sondern das Gegenteil davon! Nur gut Gemachtes ist im Problemfall hilfreich, und ob etwas wirklich hilfreich ist, kann letztlich nur der Betroffene/ Erkrankte entscheiden! CAVE: Wenn dieser Satz fällt, ist etwas gründlich schief gelaufen, dann ist das Gegenteil von seelischer Heilung eingetreten…ABGRENZEN von GUTMEINERN…
  2. 6. Ich muss meine Sorgen und Probleme unbedingt bei Dir loswerden, weil Du stundenlang wunderbar zuhören kannst!“ Extreme Vorsicht bitte, wenn Sie von diesen „Sorgenbringern“ als seelischer Mülleimer oder „Affekt-Container“ benutzt werden. Im Falle einer psychischen Erkrankung ist es ganz besonders wichtig, sich von negativen Themen anderer Menschen abzugrenzen und sich stattdessen mit möglichst positiven Themen zu beschäftigen. Auf gar keinen Fall aber sollten Sie ihre Seele mit den Sorgen und Problemen anderer Menschen „anfüllen“- auch wenn sie Ihnen nahe stehen: Problem-Müll bleibt Problem-Müll! (Im Krankenzimmer würde auch niemand seine Mülltüten entleeren, sondern Kuchen und gute Laune bringen, um dem Kranken zu helfen) Mögliche abgrenzende Antworten könnten sein: „Ich spüre Deinen Gesprächsbedarf, aber mir geht es selbst nicht gut und dieses Thema belastet mich zu sehr/ trage ich dann mit mir herum! Du musst Dir jemand anderen suchen, der Dir zuhören oder Dir helfen kann!“ Wir könne ja Würfeln, Karten Spielen oder zusammen kochen, aber über Probleme möchte ich nicht reden!
  3. 7. Lassen Sie sich in ihrem Privatleben von niemandem Themen aufzwingen, über die Sie nicht reden möchten! Behalten Sie jederzeit die Autonomie über die Themen, über die Sie sich unterhalten möchten! Besonders wichtig: am Esstisch(!) keine Gespräche über Probleme oder über Krankheit! Dies kann falls notwendig später im geschützten Rahmen geschehen. Am Tisch nur positive Gespräche, interessante Themen, Lachen, Dem psychisch Kranken wird das Gefühl vermittelt: „Wir führen hier keine Krankenverhöre durch, sondern stehen auch bei Problem zusammen!“
  4. Variante von 7  Bitte achten Sie während der Psychotherapie darauf, welche TV-Sendungen, welche Radio- oder Fernsehsendungen Sie konsumieren! Nachrichten, Talkshows, Doku-Dramen, Psycho-Horror oder Problemfilme sorgen meist für Beklemmung, für Ängste, Ohnmachtsgefühle, für Ärger oder gar Wut. („Vorher geht es mir noch gut, nachher bin ich voller Wut!“) Hilflose Wut, anhaltender Ärger, Traurigkeit und Ohnmachtsgefühle ausgelöst durch „Medienkonsum“ schaden Ihnen und können den Therapieerfolg behindern. „Mediale Schonkost“, humorvolle, interessante und liebevolles Sendungen und „Formate“ sorgen für  „Schöne Gefühle“ und Lebensfreude…wertvolle Helfer während ihrer Psychotherapie.

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Ein bestmöglich „heilungsförderliches“ privates und berufliches Lebensumfeld und ein möglichst gut geladener „innerer Akku“ verbessert die Wirksamkeit ! der „eigentlichen“ ambulanten Psychotherapie und kann die Behandlungsdauer z.T. erheblich verkürzen. Ihr strukturierter externer „Schutz-und Schonraum/ „Therapie-Kokon“/ Genesungsraum ergänzt die Kette ambulanter psychotherapeutische Behandlung als 3. Glied neben dem/ der „Hochqualifiziert Ausgebildete(r) PsychotherapeutIn“ und einem geschützten und DIN-genormten „Behandlungssetting“. (Schweigepflicht, Datenschutz, Therapieraum, Dokumentation, etc.). Der „strukturierte Therapiekokon“ dient als externes „Widerlager“ erfolgreicher Psychotherapie – egal, welcher Behandlungsmethode (VT, PA, TF) Sie sich letztlich unterziehen.

Ihr privater und beruflicher „Therapie-Kokon“ während der ambulanten Psychotherapie sollte folgenden Aspekten gerecht werden:

Er sollte ein

  • (virtueller) Schutzraum sein (vor negativen emotionalen und energetischen Belastungen von außen)
  • energiesparender Schonraum sein (Entlastung von Aufgaben und Pflichten aus dem engeren privaten – und nach Möglichkeit auch vorübergehend im beruflichen – Umfeld, von Familie, Eltern, Verwandtschaft, Freunden)
  • Heilklima innehaben (Bewusste Selbstfürsorge, Versorgung mit all den positiven Emotionen, Dingen, Kontakten, die Ihnen spürbar(!) gut tun und die Ihnen innere Ruhe, Freude und Wohlgefühl vermitteln können).

Ihr „Therapie-Kokon“ soll einen Beitrag leisten

a) zu einem bewussten Emotionsmanagement (z.B. Schutz vor belastenden Themen und Gedanken und daraus resultierenden negativen Emotionen)

b) zu einem ökonomischen Einsatz der verfügbaren(!) Kräfte, als energetischer Überlastungsschutz (Energiemanagement)

c) zum Zulassen und und bewusster Produktion positiver Erlebnisse mit entsprechend positiver Emotionen, „Auftanken“ mit Lebensfreude

 

Worauf sollten Sie bei der Einrichtung ihres privaten und beruflichen „Genesungs-Kokon“ achten und was sollten Sie beachten?

Nachfolgend werden Ihnen die wichtigsten Rahmenbedingungen ihres Genesungs-Kokons aufgeführt. (Achtung: die Beachtung und Umsetzung dieser flankierenden Maßnahmen allein ersetzen keine ambulante Psychotherapie, sondern dienen als wertvolle Ergänzung).

Hier ein erklärendes Beispiel aus der Organmedizin:

Wohl niemand käme auf die Idee, im Zimmer eines Grippekranken bei eiskaltem Wind und regnerischem Wetter sämtliche Fenster zu öffnen, das Krankenzimmer einem (bayrischen) Blasorchester als Proberaum zur Verfügung zu stellen oder den Nachbarn zu erlauben, täglich ihre vollen stinkenden Mülltüten, ihren Gift- und Sondermüll im Zimmer des Erkrankten zu „entsorgen“!

Auch würde man diesem schwer an Grippe Erkrankten nicht zumuten, den Keller aufzuräumen, den Garten umzugraben, Verwandtschaftsbesuche durchzuführen etc. etc.

Stattdessen würde man den Kranken vor Stress und Belastungen schützen, ihm Ruhe gönnen, für ein angenehmes Raumklima, für Sauberkeit sorgen und ausreichende Versorgung (Schonkost, gesundes Essen, ausreichend Getränke reichen) mit allem gewährleisten, was zur Heilung bzw. Genesung beiträgt. Von Arbeiten und Pflichten wäre er entpflichtet, stattdessen wäre ihm Rückzug und Schonung angeraten.

Im Gegensatz zum organisch Erkrankten ist das Bewusstsein der systematischen Vermittlung heilungsfördernder Faktoren bei psychisch Erkrankten – z.T. auch bei den behandelnden Psychotherapeuten – nur bedingt entwickelt. Dieses fehlende Bewusstsein eines zu strukturierenden und auszugestaltenden externen „Heil-Raumes“ außerhalb der psychotherapeutischen Praxis hat verschiedene Ursachen, auf die im einzelnen noch zurückzukommen sein wird. Seit über 28 Jahren als Psychotherapeut für Erwachsene, Kinder und Jugendliche im Praxisbetrieb tätig, ist mir die Einrichtung des Therapie-Kokons zu Beginn der Verhaltenstherapie („upfront“) ein unverzichtbares, systematisch durchgestaltetes Therapiemodul geworden.

 

Die Rahmenbedingungen ihres Entwicklungs-Kokons im einzelnen (aus Zeitgründen zunächst unsortiert, Systematik folgt nach)


1. Entlastung des psychisch Erkrankten von Beziehungs-/ Gesundheits-/ Finanzproblemen seiner Bezugspersonen und Bekanntschaften.

Eine ambulante Psychotherapie erfordert die Entlastung von den Beziehungs-/ Gesundheits-/ Finanz-Problemen ihrer Bezugspersonen! Erwachsene Bezugspersonen sollten sich bei eigenen Problemen ausschließlich an professionelle Helfer (Psychotherapeuten, Ärzte etc.) bzw.  an befreundete/ kompetente Ansprechpartner wenden, die konkrete Hilfe leisten können und wollen.

Die Problem-Kommunikation mit Kindern „von oben nach unten“ (von Bezugsperson (BP) zum Kind) verbietet sich!  Die Problembesprechung  „von unten nach oben“ (Kind – BP) sollte dagegen jederzeit möglich sein! Im ersten Fall „von oben nach unten“ legen die Erwachsenen ihre eigenen Sorgen und Probleme auf die Schultern ihrer Kinder – das kann niemand wollen, und es ist im übrigen auch ein „Emotionaler Missbrauch“ der Kinderseele!!! (Beispiele)

 2. Vermeidung indirekter Kommunikation = Nicht über Personen reden, die nicht anwesend sind (Beispiele)

Mit dem Gesprächsparter (gilt bes. bei Kindern und Jugendlichen) sollte nicht über Dritte, beim Gespräch nicht anwesende Personen gesprochen werden. Damit wird Raum gegeben für Themen, die beide interessieren und betreffen. Zugleich verhindert diese sog. „direkte Kommunikation“ das Entstehen von Missverständnissen (mit all ihren negativen emotionalen Belastungen).

Bei der Kommunikation ist es wie beim Billard – die direkt gespielte Kugel (die direkte Kommunikation) ist die zielsicherste, wenn sie dagegen „über die Bande“ gespielt wird, erreicht sie ihr Ziel oft nicht oder nur ungenau (verzerrt).

3. Psychische Erkrankungen werden bezüglich ihrer energiezehrenden körperlichen Auswirkungen unterschätzt! Daher gilt im Krankheitsfall:

„Lassen Sie sich nicht von anderen einspannen, und spannen Sie sich nicht selbst vor den Karren anderer!“ s.o. „Bitte Tu es mir/ Papa/ Mama/ Oma/ Opa zuliebe!!“  STOPP!

Die seelischen Störungen bzw. Erkrankungen binden mindestens ebenso viele körperliche Kräfte wie die „organische Krankheiten“. Daher erfordert die ambulante Behandlung psychischer Erkrankung ebenso einen „Schutz- und Schonraum“ (auch ausserhalb der Praxis!), sowie ein „emotionales Heilklima“, in dem sich entspannende Ruhe sowie positive Emotionen heilend bzw. entwicklungsfördernd auswirken können (Wie in einem „Kokon“).

4. Sorgen Sie für ein „Emotionales Heilklima“ (privat, aber auch beruflich):

Meiden Sie nach Möglichkeit mediale Quellen (TV, Internet, Radio) negativer Emotionen: von krankem Stuff ist noch niemand psychisch gesund geworden! (Nachrichten, Talkshows, Problemberichte, Menschliche Dramen, Berichte von der onkologischen Kinderstation etc.) etc.)

Suchen Sie Quellen positiver Emotionen auf, aktivieren Sie „frühere“ Spender von Lebenslust und – freude, stellen Sie diese positiven Emotionen selbst her (Musik, Filme, Bücher, gute Gespräche, Handwerken, Malen, Handarbeiten, Basteln, Sauna, Wandern, Sport treiben – nicht exzessiv, sondern im Genussbereich, etc.)

5. Lassen Sie sich von anderen keine belastenden Themen aufnötigen! (s.auch 5.1)

Setzen Sie sich besonders im Falle einer psychischen Erkrankung möglichst keinen Themen aus, die ihnen negative Gefühle (Unlust, Abneigung, Ängste) bereiten (weder im Gespräch mit anderen Personen („Krankheitsbeobachter“, „Hobby-Heiler“, „Kranken-Verhöre“, noch medial via Fernsehen, PC, Radio (z.B. Nachrichten, Talkshows,, Internet-Müll). Beliebte Einleitungen für Krankenverhöre sind z.B.

„Seit wann bist Du denn jetzt beim Psychotherapeuten?“

Wie ist das denn jetzt mit Deiner Depression/ deinen Ängsten?

Ich habe gelesen, Johanniskraut/ Kalte Güsse/ Dinkelkissen etc. etc.

Stoppen Sie diese „zur-Schau-Stellung“ ihrer Person von neugieriger Verwandtschaft, „netten“ Kollegen, „Guten Freunden“ etc. durch Themenwechsel oder durch Nachfragen z.B. bezüglich Prostata oder Hämorrhoiden beim Fragesteller… 

Der psychisch Erkrankte muss sich vor den problembelasteten Themen – welcher Art auch immer – offensiv und bewusst abgrenzen und schützen! („Bitte lass uns das Thema wechseln oder etwas Schönes unternehmen, dieses Thema belastet mich zu sehr, es tut mir weh, es bereitet mir Kopfschmerzen“).

Stattdessen lieber Interessantes, Tröstendes, positiv Ablenkendes (kann auch PC-Zocken sein) unternehmen/ austauschen

5.1. Achten Sie darauf, mit ihrer Erkrankung auf keinen Fall zum Gesprächsthema von Kaffeekränzchen werden. („Möchte ich nicht drüber reden“, lasst uns besser über anderes sprechen, lasst uns lieber etwas schönes Spielen…“) Lassen Sie sich bitte! von anderen Menschen keine Themen aufzwingen, über die Sie nicht reden möchten. Vermeiden Sie, von anderen Menschen (besonders auch von Angehörigen) in die Rolle des „Psychisch Kranken“ hineingedrängt zu werden („Wie geht es Dir jetzt?, Was hast Du gegessen?, Was hast Du gemacht?“).

5.2 Befindlichkeitsfragen im öffentlichen Raum

Gehen Sie im Krankheitsfalle keinesfalls auf Befindlichkeitsfragen ein, weichen Sie „diplomatisch“ aus (Überlegen Sie sich die für Sie „passenden“ Antworten im voraus). Beantworten Sie „Befindlichkeitsfragen“ („Wie geht es Dir/ Ihnen?/ Bist Du nicht krank geschrieben“)  am besten mit der Floskel „Es geht! – Und Dir?“ Oder mit der Frage: Was möchtest Du/ möchten Sie für mich tun?“ (Bitte auf die Reaktion achten).

Auf Befindlichkeitsfragen sollten Sie a) nur demjenigen konkret antworten, der ihnen bei Problemen auch konkret Hilfe bringen kann (z.B. Psychotherapeut oder Arzt).

Oder b) einem Menschen, der Ihnen durch seine Art helfen kann, vorübergehend wunderbar abgelenkt zu sein von Problemen und psychischen Symptomen: wahren „guten Freunden!“

6. Machen Sie sich im Falle eigener Erkrankung auf keinen Fall zum „Problem-Container“ von anderen!

Lassen Sie sich auch keine diesbezüglichen Themen aufdrängen (s.o.) : machen Sie sich niemals zum Problemcontainer anderer Menschen – die können sich professionelle Hilfe bei mir oder meinen Kollegen holen. Vermeiden Sie Themen, – auch medial im TV, Internet oder Radio vermittelt – die sie wütend machen, die bei Ihnen Ängste, Hilflosigkeitsgefühle, Schuldgefühle oder Traurigkeit auslösen. 

 7. Sprechen Sie daher über ihre psychischen Probleme (oder über „Schwächen“, „Symptome“) nach Möglichkeit ausschließlich mit ihrem behandelnden Psychotherapeuten und ihrem Arzt. Es gibt hunderte andere „positive“, interessante Themen oder Beschäftigungen, worüber Sie sich mit anderen austauschen können. Statt über Probleme zu reden macht es oft mehr Sinn, miteinander etwas Schönes zu unternehmen, zu spielen, zu kochen, Spazieren zu gehen oder Sport zu treiben etc. .

8. Hören Sie sich im Krankheitsfalle – und auch sonst nach Möglichkeit nicht – bitte keine Probleme anderer Menschen an, und beschäftigen Sie sich nicht mit Fremdproblemen! (Die Psychotherapeuten bilden da eine Ausnahme, aber wir nutzen ihre Probleme als wertvolle Informationen zur professionellen Hilfe!) Dies gilt ganz besonders im Falle einer psychischen Erkrankung: die Gefahr ist groß, dass Sie sich beim „Aufnehmen“ der Fremdprobleme zum „Affektcontainer“ machen. Dann nehmen Sie nicht nur den „Inhalt“, sondern auch die belastenden („toxischen“) Aspekte der Fremdprobleme („Gefühls-Sondermüll“) in sich auf…und tragen diese mit sich herum. (Ein Grippekranker kann sich auch nicht um die Krankheits-, Beziehungs- oder Geldprobleme anderer Menschen kümmern…).

9. „Du hast ja jetzt Zeit!“ –  

So oder ähnlich hat schon so manche(r) Patientin morgens eine To-Do-Liste überreicht bekommen – zum Abarbeiten!

Lass Dich nicht ausnutzen, nur weil Du nicht organisch erkrankt bist!

Aufgrund einer psychischen Erkrankung AU-geschrieben ist die Gefahr groß, von lieben Angehörigen zum Aufräumen, Umräumen, Renovieren, Umziehen, Ausbauen etc. eingespannt zu werden. Die Patienten selber unterschätzen (s.o.) die energetischen Auswirkungen ihrer psychischen Erkrankung, krempeln die Ärmel hoch und stürzen sich in – überlastende – verpflichtende private Arbeiten. VORSICHT!

Ihr innerer Akku ist leerer als Sie denken – und zur seelischen Heilung ist ein gut geladener AKKU unabdingbar…

Daher gilt: Aktivitäten während einer psychischen Erkrankung sollten bedürfnis- bzw. interessengeleitet und abhängig von dem jeweiligen „Lade-Zustand“ ihres inneren Akkus“ durchgeführt werden.

Nach entsprechender Ruhe stellen sich meist ganz automatisch Aktivierungswünsche ein : bitte mit Maß und Ziel, und ohne sich selbst  zu zwingen, bzw. sich von anderen Menschen zwingen zu lassen. Zum richtigen Zeitpunkt und im geeigneten Rhythmus kann dann auch der Bau das Entrümpeln eines Kellers- oder der Ausbau eines „Rückzugsraumes“ im Dachgeschoss Freude bereiten.