Psychotherapeutische Praxis Dipl.-Psych. Klaus Wieland

Herzlich Willkommen auf meiner Praxis-Website! Bei welchen seelischen Krisen, Problemen oder Erkrankungen darf ich Ihnen behilflich sein?

CORONA: Die Praxis bleibt für Patientenkontakte geöffnet unter Beachtung der hygienischen Maßnahmen. VIDEOSPRECHSTUNDEN sind jederzeit möglich!  

  • Diplom-Psychologe Klaus Wieland
  • Psychologischer Psychotherapeut (Verhaltenstherapie)
  • Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeut (Verhaltenstherapie)
  • Gruppenpsychotherapeut (Verhaltenstherapie)
  • Paartherapeut
  • Qualitätszirkel-Moderator (Leitung kollegialer Fortbildungszirkel für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten)

Die von mir angewandte kognitive Verhaltenstherapie beschäftigt sich u.a. mit den Auswirkungen psychopathogener, d.h. seelisch verletzender, beschämender oder entwertender Interaktion und Kommunikation, eine der Hauptursachen für psychische Erkrankungen, mit negativen Auswirkungen auf unser Denken, unsere Gefühle, auf unser Verhalten, auf unser Selbstwertgefühl und nicht zuletzt auch auf unsere psychische Identität.

Jeder Mensch ist einzigartig und unvergleichlich!     

Kein Kind findet sich dumm, hässlich, unfähig, nicht liebenswert oder denkt negativ über sich:

Diese Attribute werden ihnen von anderen Menschen vermittelt – sie treffen niemals zu, prägen, beschädigen und zerstören aber nicht selten lebenslang die Psyche dieser Betroffenen.  Langjähriger und übermäßiger Betäubungsmittelkonsum zur Dämpfung der eigenen selbst verletzenden Gedanken und auch mehr oder weniger massive körperliche Selbstverletzungen sind oft die Folgen: die kontrollierte Selbstverletzung ist erträglicher wie die Ungewissheit, immer wieder von anderen Menschen verletzt, beschämt oder erniedrigt zu werden.           

In meiner Praxis ist die Behandlung von Menschen mit Selbstwertstörungen, negativen Gedanken über sich selbst und depressivem Grübeln ein ganz besonderer Schwerpunkt – damit das Zusammenleben mit sich selbst (wieder) lebenswert und liebevoll wird.       

Nachfolgend einige Verhaltensempfehlungen für Menschen in psychischer Krise oder während einer ambulanten Psychotherapie

  1. Wenn Sie sich in einer psychischen Krise befinden, achten Sie bitte ganz besonders auf die Sprache – auf die „verbale Interaktion“ –  in Ihrem Beziehungsumfeld. Versuchen Sie sich abzugrenzen bzw. zu schützen vor negativen verbalen Einflüssen und neugierigen Nachfragen. (Ähnlich wie ein Grippekranker, der sich vor Kälte, Wind, Nässe und Lärm schützen muss, um gesund zu werden).
  2. Verabschiedung von Routinen! In psychischen Krisen sind wir zur Durchführung liebgewordener Routinen (Diät-, Fitness- Sportprogramme, Kontaktpflege, systematische Lern-, Produktions- und anderen Leistungseinheiten etc.) meist nicht in der Lage (daher werden Berufstätige in diesen Fällen ja auch AU geschrieben). Auch kann es in psychischen Krisen zu vorübergehenden Rückfällen in bereits abgelegtes suchtartiges Verhalten – Zigaretten, Bier, Tüte etc. – kommen:  Versuchen Sie ggfls. die Menge zu steuern und über den vorübergehenden Wegfall ihrer Kontrolle bzw. ihrer Routinen nicht in Panik zu geraten, sondern schreiben Sie dies Ihrem aktuellen psychischen Zustand zu. Mit zunehmender Heilung bzw. psychischer Stabilisierung werden Ihnen sowohl Kontrolle als auch die Fortsetzung von ihnen wichtigen Routinen wieder möglich sein.
  3. Organisieren Sie im Falle einer psychischen Krise ihre Verhaltensprogramme eher „Bedürfnisgesteuert“ als „Erwartungsgelenkt“ und verabschieden Sie sich aus energetischen Gründen im Privatleben (im Jobs gibts damit Probleme!) vorübergehend von verpflichtenden TO-DO-Listen. 
  4. Schirmen Sie sich im Privatleben von den Erwartungen anderer Menschen ab, („Wann geht das denn endlich weiter mit Dir, wann hört das denn mal auf?“), und senken Sie auch ihre Erwartungen an sich selbst! Viele Menschen leiden unter den unerfüllten Erwartungen an sich und an andere Menschen: Erwartungsdruck und Erwartungsterror sind wesentliche Faktoren psychischer Erkrankung. Lassen Sie in der Krise vorübergehend sämtliche Erwartungen an sich und andere sausen, und kümmern sich mehr um die Befriedigung ihrer Bedürfnisse.  

SCHUTZ VOR EMOTIONALEM STRESS!!!

Psychotherapie-Patienten sollten sich besonders vor emotionalem Stress schützen. Als besonderer Stressor gilt wie gesagt der Erwartungsdruck anderer Menschen auf ihr Verhalten. Ebenfalls seelisch krankmachend (psychopathogen) sind die Probleme, Sorgen und Nöte anderer Menschen, mit denen ihre Seele belastet werden,  und die Erfahrung, mit anderen Menschen konkurrierend verglichen zu werden. Am schlimmsten ist es für Menschen in seelischer Krise, wenn ihnen vermittelt wird, dass ihre Erkrankung die Ursache für Sorgen, Schlafstörungen und Gesundheitsprobleme anderer Menschen sei. Lassen Sie sich das von niemandem einreden, sonst entwickeln Sie neben ihrer Krise auch noch Schuldgefühle und fühlen sich verantwortlich für das seelische und körperliche Wohlergehen anderer Menschen. Der Weg heraus der Krise wird dadurch unerträglich erschwert. 

STOP den Erwartungsdruck anderer Menschen an sie als Person, an ihr Verhalten und an das „Tempo“ ihrer Heilung
STOP die Sorgen- und Probleme anderer Menschen: „Bitte wendet euch mit euren Problemen an andere, mir geht es selber nicht gut, eure Probleme belasten mich zusätzlich!“
STOP das konkurrierende Verglichen-werden mit anderen Menschen („Ich habe so eine Krise nie gehabt!“, „In unserer Familie kenne ich niemanden, der so etwa hatte wie Du!“, „Ich kenne jemanden, der kam sehr viel schneller wieder aus dem Loch heraus!“

STOP die „Rollenzuschreibungen“ („ATTRIBUTIONEN“) -auch scheinbar Positive, wie z.B. „Sonnenschein, Überflieger, Kümmerer, Kummerkasten“ weil sie mit Erwartungen, Erwartungsdruck und Verhaltensfestlegungen verbunden sind. Ebenfalls wehren sollten Sie sich unbedingt gegen negative Attributionen: „Psycho, Faulpelz, Dummkopf, Tollpatsch, Lahmarsch, Schmarotzer, Versager, Taugenichts“, etc. ). Attributionen wirken nicht nur verletzend und „zerstörerisch auf die Seele, sondern sie wirken auch wie –>> VERBALE ZWANGSJACKEN!  Lassen Sie sich von niemandem in diese ZWANGSJACKEN aus Erwartungen und verletzenden Sprüchen anderer Menschen hineinstecken!

 


Die wichtigsten Interaktions- und Kommunikationsregeln während einer psychischen Krise oder während einer Psychotherapie (einige werden oben bereits aufgeführt, aber doppelt hält oft besser!):

  1. Lassen Sie sich NICHT in Gespräche über abwesende Menschen hineinziehen, sondern reden nur noch mit bzw. über die anwesenden! Personen – ist a) fair und verhindert b) die Entstehung von Missverständnissen und c) die Gefahr, dass es zwischen Ihnen und anderen Personen ihres Beziehungssystems zu einer Kontaktstörung bzw. -unterbrechung kommt. (Reden Sie z.B. NICHT mit einem Elternteil über das andere, oder mit einem Elternteil über ein Geschwister). Achten Sie darauf, WER Sie in Gespräche über Dritte hineinziehen möchte.
  2.  Lassen sie sich NICHT zum Container für die Probleme und Sorgen anderer Menschen machen, wenn Sie sich selbst in einer psychischen Krise befinden! Generell verbietet sich, dass Ihnen Eltern, Großeltern oder andere Verwandte deren Beziehungs-, Gesundheits-, oder Finanzprobleme aufbürden.  Wehren Sie sich auch dagegen, in Ihrer psychischen  Krise zu deren „Unterhaltung“ oder zur Erledigung von „Aufträgen“ eingespannt zu werden – diese Zeit und Kraft brauchen Sie für sich, zum Kräfte-Auftanken und zur Erledigung der eigenen Interessen und Bedürfnisse. Achten Sie darauf, WER Ihnen seine Sorgen und Probleme aufbürden möchte!
  3. Lassen sie sich im Privatleben NICHT auf Themen ein, die ihnen unangenehm sind, die andere Personen nichts angehen oder worüber sie mit diesem Menschen oder in dieser Situation nicht reden möchten. Behalten Sie die Autonomie über ihre Gesprächsthemen.

Achten Sie bitte darauf, WIE SIE SICH NACH EINEM GESPRÄCH FÜHLEN: Sind Sie voller Freude und fühlen sich gut, motiviert, gestärkt, beruhigt, oder sind Sie verunsichert, verwirrt, niedergeschlagen, verärgert, fühlen Sich wieder „klein“, „schlecht“ oder „wertlos“, und haben evtl. sogar ein schlechtes Gewissen, Schuldgefühle oder Ängste?  Die Beachtung dieser privaten „Narrative“  und verbalen Interaktionsmuster in Ihrer engeren sozialen Umgebung ist bereits ein wesentlicher Beitrag für eine erfolgreiche Psychotherapie und für psychische Heilung! (Fortsetzung: Umgang mit psychopathogenen Kommunikationsmustern; s. weiter unten)

 

4. Machen Sie sich mit Ihren seelischen Problemen nicht zum Thema bei Menschen („Kein Seelenstriptease“), die Ihnen nicht helfen können oder wollen, bzw. lassen Sie sich von diesen nicht zum Gesprächsthema machen! –   Holen Sie sich stattdessen konkrete psychologische Hilfe beim Profi und/ oder holen Sie sich Trost von Menschen, denen Sie wirklich wichtig sind, die Ihnen zB. von ihren eigenen Krisenerfahrungen erzählen oder Sie von Ihren Problemen ablenken. Alle anderen „Zuhörer“ und „Aushorcher“ haben die verschiedensten Motive, Sie emotional und inhaltlich auszubeuten oder sich auf Ihrem Leid aufzubauen. Sie alleine bestimmen die Themen, über die Sie sich unterhalten möchten!

5. Laden Sie sich nicht die Probleme und Sorgen anderer Menschen auf, wenn Sie sich selbst in einer psychischen Krise befinden. Sonst kommen zu Ihren eigenen Problemen noch die anderer Menschen hinzu, und dann verwandeln Sie sich in eine Art „Problemmüll-Deponie“! Verweisen Sie diese Menschen an professionelle „Zuhörer“ und teilen ihnen mit, dass Sie in der Krise mit sich selbst genug zu tun haben, und daher nicht belastbar sind. Sie sind kein schlechter Mensch, wenn Sie sich nicht zum Problem-Mülleimer oder zur „Kotztüte“ für andere machen!

6. Nutzen Sie im Krisenfall im Privatleben Ihre verfügbare Kraft und Zeit ausschließlich für die Realisierung Ihrer! eigenen! Interessen und Bedürfnisse, u.a. für die Psychotherapie. In einer persönlichen Krise ist es ein Fehler, Energie an andere zu verschenken. Lassen Sie sich emotional nicht unter Druck setzen oder gar erpressen („Bitte tu es mir zur Liebe!“ „Du könntest Dich ruhig etwas dankbarer erweisen!“, „Ich habe doch auch immer für Dich…“ ) Sie sind kein Egoist, wenn Sie im Krankheitsfall Ihre Kräfte für Sich, für Ihre Behandlung und Ihre Heilung aufsparen! 

7. Vermeiden Sie Gespräche über Personen, die nicht anwesend sind, bzw. lassen SIe sich keine Gespräche über abwesende Dritte aufnötigen. Die Gefahr von Missverständnissen, falschen Zitaten und entsprechenden negativen Folgen für Ihre Kontakte zu anderen Personen ist einfach zu groß; zudem kann die abwesende Person keine unmittelbare Stellung beziehen. Mit Ihnen kann man über so viele andere Themen reden als über abwesende Personen!

8. Wehren Sie sich entschieden gegen negative Attributionen (Zuschreibungen), zB „Dummkopf, Versager, Faulpelz, Trampel, Tollpatsch, Sonnenschein, Überflieger, etc.);            5b) gegen pathogene ausgrenzende Narrative („Wurdest im Krankenhaus vertauscht!“, „Du bist nicht von uns!“, „Du kommst auf die Linie von der angeheirateten Verwandtschaft, im Aussehen und in Deinem ganzen Wesen, gehörst Du nicht zu uns!“                                                                                                        

9. gegen irrationale Schuldzuweisungen („Du bist Schuld an der Krankheit von Oma, am Tod vom Opa, an Muttis Migräne, daß Vater wieder trinkt, etc.“ Du bereitest uns nichts als Kummer und Sorgen, etc.)  und                                                                     

10. gegen unfaire konkurrierende Vergleiche mit anderen Menschen („Ich bin damals viel schneller gesund geworden!“, „XY kriegt jetzt chon ihr zweites Kind“, „XY ist schon verheiratet“, „Du bist dümmer, schwächer, schlechter, siehst nicht so gut aus wie XY, Bist schöner, stärker, intelligenter wie XY, Nimm Dir ein Beispiel an XY, Welche Note hat denn XY etc….?         

Achten Sie darauf, wer Sie mit seinen Vergleichen und seinen Erwartungen unter Druck setzt und terrorisiert!                                                                                                                         

                                         

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  • Dipl.-Psych. Klaus Wieland, Brühl