Psychotherapeutische Praxis Dipl.-Psych. Klaus Wieland

Herzlich Willkommen auf meiner Praxis-Website! Bei welchen seelischen Krisen, Problemen oder Erkrankungen darf ich Ihnen behilflich sein?

CORONA: Die Praxis bleibt für Patientenkontakte geöffnet unter Beachtung der hygienischen Maßnahmen. VIDEOSPRECHSTUNDEN sind jederzeit möglich!  

  • Diplom-Psychologe Klaus Wieland
  • Psychologischer Psychotherapeut (Verhaltenstherapie)
  • Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeut (Verhaltenstherapie)
  • Gruppenpsychotherapeut (Verhaltenstherapie)
  • Paartherapeut
  • Lehrender Vertragspsychotherapeut (Tutor) der KVNO bis von 06/97 bis 04/16
  • Qualitätszirkel-Moderator (Leitung kollegialer Fortbildungszirkel für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten)

Manche verletzende WORTE und SÄTZE, nicht selten gesprochen von nahen Angehörigen, hinterlassen lebenslange Narben in unserer Seele. Sprache kann ermutigen, kann Freude bereiten, trösten und heilen – aber Sprache kann auch emotional belasten („Ich mache mir große Sorgen um Dich!“, „Willst Du unsere ganze Familie in den Dreck ziehen?“), entwerten („Du bist dumm wie Brot!“) verunsichern („Bist Du Dir da ganz sicher?“, „Ich habe Dir doch gleich gesagt, das wird nichts!“), drohen („Komm nicht nachher und heule Dich bei mir aus!“, „Du kannst gehen, aber dann ist hier die Tür für Dich zu!“) den Körper verletzen („Du bist häßlich wie die Nacht“, „Dickerchen“, Lebensfreude beseitigen („Jetzt hast Du wieder Oberwasser, aber das wird sich ganz schnell wieder ändern“, „Mit Deinem Gesang kannst Du Tote aufwecken!“) anklagen und Schuldgefühle induzieren („Du ganz allein bist schuld an der Erkrankung von…/ am Tod dieses Menschen!“, „Wir haben uns für Dich aufgeopfert und das soll jetzt der Dank sein?“), Selbstbewusstsein zerstören („Du bist und bleibst ein Versager, ein hoffnungsloser Fall!“, „Man muss sich für Dich abgrundtief schämen!“) und Ablehnungsängste festschreiben („Wenn Du so weitermachst, kommst Du ins Heim, ins Internat“, Du bist im Krankenhaus vertauscht worden“)

Auch scheinbar positive Bezeichnungen können sich für den Einzelnen zu einer schweren Bürde entwickeln („Du bist unser Sonnenschein“, „unser Überflieger“, „unser Hochbegabter“, „unser Gewinner“)

Die Beispiele (veränderte Originalzitate von Patienten der letzten 30 Jahre) sollen zeigen, dass sich Sprache pathogen („krankmachend“) auf unseren Seelenzustand auswirken kann. Daher gilt:

Wenn Du Dich in einer psychischen Krise befindest, achte bitte ganz besonders auf die Sprache – auf die „verbale Interaktion“ –  in Deinem Beziehungsumfeld. Versuche Dich zu abzugrenzen bzw. zu schützen vor verbalen Einflüssen, die Dich angreifen, Dich emotional belasten oder Dir weh tun. (Wie ein Grippekranker, der sich vor Kälte, Wind, Nässe und Lärm schützen muss, um gesund zu werden).

Achte darauf, WIE DU DICH NACH EINEM GESPRÄCH FÜHLST: Bist Du voller Freude, fühlst Du Dich gut, oder bist Du verwirrt, niedergeschlagen, fühlst Du Dich wieder „klein“, „schlecht“ oder „wertlos“, hast Du evtl. sogar Schuldgefühle oder Ängste? oder ist Dir danach zum Weinen zumute, weil Du traurig bist, weil Du denkst, das Dein Gesprächspartner traurig ist?  Die Beobachtung dieser privaten „Narrative“  und verbalen Interaktionsmustern in Deiner engen sozialen Umgebung ist bereits ein wesentlicher Beitrag für (D)eine erfolgreiche Psychotherapie und für Deine psychische Heilung!

Die von mir angewandte kognitive Verhaltenstherapie, beschäftigt sich u.a. mit den Auswirkungen von verletzender, bösartiger, bedrohlicher Sprache auf unser Denken, unser Gefühlsleben, auf unser Verhalten und auf unser Selbstwertgefühl.

Auch während der Psychotherapie müssen wir in Einzelfällen damit rechnen, dass die Bezugspersonen Deiner engeren sozialen Umgebung  versuchen Dich emotional unter Druck zu setzen und Dich zu verunsichern. („Wir/Ich/  machen uns alle Sorgen um Dich, Du bereitest uns großen Kummer“, „Willst Du uns mit Deiner Therapie vor anderen lächerlich machen?“, „In unserer Familie hat es noch nie einen Psycho wie Dich gegeben“

Die Verunsicherung entstammt der Angst des Bezugssystems, dass sich eine in Therapie befindliche Person „aus der ihr zugedachten Rolle fallen könnte“ bzw. „nicht mehr mitspielen möchte“, und die Bezugs-Gruppe alleine zurücklässt. Diese wäre dann um ein Gesprächshema ärmer: DEINE PROBLEME! fehlen als Gesprächsinhalt, und die Personen laufen Gefahr, sich mit sich selbst beschäftigen zu müssen.

Wenn die Angst der Bezugspersonen besonders groß ist, müssen wir sogar mit der Sabotage Deiner Therapie rechnen. Dann fallen zB Sätze wie: „Therapie ist nur etwas für total Bekloppte“, „die Therapie bringt Dir doch überhaupt nichts“, „Das ist doch rausgeschmissenes Geld!“, „Die Therapeuten gehören alle in die Irrenanstalt, sind die Oberbekloppten!“  „Stell Dich bitte nicht so an, manchmal muss man eben auf die Zähne beißen!“ 

Hier folgt eine Auswahl der häufigsten pathogenen verbalen Interaktionen, auf die DU in DEINEM privaten, schulischem oder beruflichen Umfeld achten kannst:

  1. Mache Dich mit Deinen seelischen Problemen nicht zum Thema bei Menschen, die Dir nicht helfen können oder wollen, bzw. lass Dich von diesen nicht zum Gesprächsthema machen! –   Hole Dir stattdessen konkrete psychologische Hilfe beim Profi und/ oder lasse Dich trösten von Menschen, denen Du wichtig bist, die Dir zB. von ihren eigenen Krisenerfahrungen erzählen. Alle anderen „Zuhörer“ und „Aushorcher“ („Luuschöhrchen“) haben die verschiedensten Motive, Dich emotional und inhaltlich auszubeuten oder sich auf Deinem Leid aufzubauen. DU bestimmst die Themen, über die Du Dich unterhalten möchtest!
  2. Lade Dir nicht die Probleme und Sorgen anderer Menschen auf, wenn Du Dich selbst in einer psychischen Krise befindest. Sonst kommen zu Deinen eigenen Problemen noch die anderer Menschen dazu, und Du verwandelst Dich in eine Art „Problemmüll-Deponie“! Verweise diese Menschen an andere  Hilfen und teile ihnen mit, dass Du derzeit mit Dir genug zu tun hast, und diesbezüglich nicht belastbar bist. DU bist kein schlechter Mensch, wenn Du Dich nicht zum Problem-Mülleimer für andere machst!
  3. Nutze im Krisenfall im Privatleben Deine verfügbare Kraft und Zeit ausschließlich für die Realisierung Deiner! eigenen! Interessen und Bedürfnisse, u.a. für die Psychotherapie. In einer persönlichen Krise ist es ein Fehler, Energie an andere zu verschenken. Lass Dich nicht emotional unter Druck setzen oder gar erpressen, in Deiner Krisenverfassung hast Du nichts zu verschenken! („Bitte tu es mir zur Liebe!“ „Du könntest Dich ruhig etwas dankbarer erweisen!“, „Ich habe doch auch immer für Dich…“ ) DU bist kein Egoist, wenn Du im Krankheitsfall Deine Kräfte für Dich, Deine Behandlung und Deine Genesung aufsparst! 
  4. Vermeide Gespräche über Personen, die nicht anwesend sind, bzw. lasse Dir keine Gespräche über abwesende Dritte aufnötigen. Die Gefahr von Missverständnissen, falschen Zitaten und entsprechenden negativen Folgen ist einfach zu groß; zudem kann die abwesende Person keine unmittelbare Stellung beziehen. Mit Dir kann man über so viele andere Themen reden, als über abwesende Personen!
  5. Wehre Dich entschieden gegen Attributionen (Zuschreibungen), zB „Dummkopf, Versager, Faulpelz, Trampel, Tollpatsch, Sonnenschein, Überflieger, Hochbegabt, etc.);            5b) gegen pathogene ausgrenzende Narrative („Wurdest im Krankenhaus vertauscht“, „Bist nicht von uns!“, „Kommst ins Heim, ins Internat, in die Klinik, wenn sich nichts ändert etc.),                                                                                                         
  6. gegen irrationale Schuldzuweisungen („Du bist Schuld an der Krankheit von Oma, am Tod vom Opa, an Muttis Migräne, daß Vater wieder trinkt, dass Du uns nichts als Kummer und Sorgen bereitest..etc.)  und                                                                     
  7. gegen unfaire Vergleiche mit anderen Menschen („Ich bin damals viel schneller gesund geworden!“, „XY kriegt jetzt schon ihr zweites Kind“, „XY ist schon verheiratet“, „Du bist dümmer, schwächer, schlechter, siehst nicht so gut aus wie XY, besser, Bist schöner, stärker, intelligenter wie XY, Nimm Dir ein Beispiel an XY, Welche Note hat denn XY etc….?                                                                                                    !STOPPE den Vergleichs-Wettbewerb, der stets endet wie ein Hütchenspiel: Du bist IMMER DER VERLIERER! Schau Dir den Vergleicher an und sage diesem: „ICH BIN ICH. UNVERGLEICHLICH!  Ich möchte mit niemandem verglichen werden!                                                                                               Dipl.-Psych. Klaus Wieland
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  • Psychologische Untersuchung über den Rollenwechsel und die Rollenvielfalt von KÜCHENROLLEN UND KLOPAPIER  IN PANDEMISCHEN ZEITEN

In unsicheren Zeiten wie in der aktuellen ungewissen Bedrohungslage durch COVID-19 ist unsere Seele bestrebt, der bedrohlichen Ungewissheit eigene „Gewissheiten“ entgegenzusetzen und vor allem auch „Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Diese Umwandlung von Zuständen passiv-ohnmächtigen Ausgeliefert-Seins hin zu handfesten autonomen Bewältigungsstrategien ist eine wesentliche Schutzstrategie unserer Psyche, um nicht von den eigenen Bedrohungsphantasien bzw. den daraus resultierenden Ängsten überwältigt zu werden, und dadurch womöglich im konkreten Handlungsfall vor lauter Ängsten nicht handlungsfähig zu sein. Unsere Psyche greift daher auch auf  „magische“ Formen der Angstbehandlung zurück, wenn eine gefährliche Ungewissheit herrscht, wenn weder ein greifbarer Gegner noch ein konkreter Schutz  (z.B. Impfungen) gegen die Bedrohung durch COVID-19 zur Verfügung stehen…
 
Ein Beispiel für die kollektive Behandlung coronarer Bedrohungsängste ist der Umgang mit Küchenrollen und Klopapier seit März 2020!
 
Da wir Menschen nicht in der Lage sind, das lebensfeindliche Virus wahrzunehmen geschweige denn zu beseitigen, hat unsere Seele mittels einer „Verschiebung“ die Küchen- und Klorollen zu materialen „Beseitigungshilfen“ von Corona-Ängsten erkoren. 
 
Beim „Wegwischen“ von potentiellen Keimherden und „störenden Resten“ gelingt es uns, den Zustand des passiven – und hilflosen – Ausgeliefert-Seins in ein aktives Beseitigungs-Handeln zu verwandeln. DAS SICHERE ABTÖTEN potentieller Keimherde mittels desinfektionsmittel-getränkter Papierlagen trägt als sinnlich erfahrbarer Erfolg (Wir sehen! und riechen! die sterile Hygiene) zu unseren emotionalen Beruhigung bei.
  
Zugleich gelingt es uns mit Hilfe dieser „Bewaffnung“, uns vom hilflosen Opfer in einen zu allem entschlossenen Täter, „Den Cleaner“ zu verwandeln: statt bedroht zu werden, sind jetzt wir es, die in der Lage sind, das Virus abzutöten, und sogar komplette Virennester zu beseitigen. (Der einstige US-Präsident schlug vor, das Desinfektionsmittel sogar zu trinken, um auch noch diejenigen Viren auszumerzen, die sich schon in unsere Lungen eingenistet haben; der Mann wurde schließlich abgewählt).
 
Von der Küche bis zum Klo, von der Nahrungszubereitung bis zur erleichternden Abfuhr, die ganze Spannweite unserer physischen Existenz wird von störenden „Resten“ bereinigt. Die weissen Rollen werden in diesen bedrohlichen Zeiten zu komplizenhaften Mitkämpfern, so wie sie uns in ruhigeren Lebensphasen bei basalen Lebensvollzügen wie treue, unverzichtbare Diener (wie Sancho Pansa) zur Seite stehen (oder hängen).   
 
Das Ergebnis der Beseitigungsarbeit wird uns zum sichtbaren „Produktionsbeleg“, zum Ausweis unserer Vitalität und selbstreferentiellem Dokument unserer Existenz, nach dem Motto:  „Ich produziere, also bin ich!“
 
Die Rollen wandeln sich – neben ihrem „reinen“ Funktionsnutzen – aufgrund ihres lebensanalogen Rhythmus` von Verbrauch und Erneuerung und ihrer – wie unsere Lebenszeit – gnadenlos-unwiederbringlichen Ablauf-Richtung (In Ewigkeit nur nach vorne, und niemals zurück)  zu einem handfesten materialen Symbol für unseren Lebensfaden. Dieser papierne Lebensfaden begleitet uns lebenslang als tagesperforiertes Band und gibt Zeugnis von unserer Vitalität und Produktivität, 
 
Daher wird es in Zeiten ungewisser pandemischer Bedrohung als ein sehr schlechtes Omen gewertet, wenn dieser materiale „Lebensfaden“ mangels Nachschub abzureißen droht.
 
Aus obigen Gründen ist man um die aktive und nicht selten kämpferische Sicherung von „ewigem“ Nachschub bemüht. Weil Küchenrollen und Toilettenpapier – über den „reinen“ Funktionsnutzen hinaus – unserer Seele die Behandlung coronarer Ängste ermöglicht, wurde und wird um die Verfügbarkeit dieser „Hilfsmittel“ oft erbittert – undmanchmal bis aufs Blut – gekämpft. 
Die daraus resultierende vielfache Über-Ausrüstung mit diesen multifunktionalen Hilfsmitteln trägt wesentlich zur emotionalen Beruhigung und Entängstigung vieler Menschen bei. Als erfolgreicher „Beute(l)greifer“ im Seuchenzentrum (formally known  as „Supermarkt“) hat man den Ausweis für Überlebensfähigkeit in Zeiten der Seuche erbracht.  Auch unsere Lieben profitieren von unserem selbstlosen Einsatz, in dem wir erfreut völlig neue Seiten aktiver Lebensrettung an uns wahrgenommen haben.  
 
Im Rahmen der individuellen Behandlung ihrer Corona-Ängste  sind einige Menschen auch bezüglich „Qualität“ auf Suche nach den ganz besonders begehrten „4-blättigen“ Trophäen, die zum problembeseitigenden Handeln noch ein magisches Quäntchen „Glück“ hinzufügen könnten. 
 
FAZIT: Die ansonsten wenig beachteten, in Rollenhaltern und unter Häkelmützchen verborgenen weißen Rollen sind uns seit März 2020 zur Beseitigungs-Waffe („Cleaner“), zum täglichen Produktionsbeleg und Daseinsausweis, zum Glücksfetisch und zur magischen Waffe geworden. Zugleich haben wir neue Seiten an uns selbst entdeckt, die unseren Mut und unsere Zuversicht gestärkt haben, für das Überleben pandemischer Bedrohung ausreichend gerüstet zu sein. 
Dipl.-Psych. Klaus Wieland
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